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Das Reisen in den Zeiten von Corona: Iraklio (2020)


Buchen

Für dieses Jahr hat meine Frau auf Bademöglichkeit bestanden. Irgendwie kam dann die Idee auf, nach Kreta zu fliegen. (Zug fährt ja nach wie vor keiner hin. Im Ernst: Wenn es vernünftige Zugsverbindungen in den Piräus gäbe, würde ich die zusätzliche Zeit investieren.) Die meisten Besichtigungsmöglichkeiten hat man in der Inselhauptstadt Iráklio (Heraklion). Baden kann man dort dann entweder in Ammoudára, einem Stadtteil am Westrand der Stadt, oder an den Stränden östlich der Stadt, von Karterós bis Mália. Die Wahl fiel schließlich auf das Hotel Knossos Beach in Kokkíni Cháni (Κοκκίνη Χάνι), genauer im Ortsteil Vathianós Kámbos (Βαθειανός Κάμπος). Soweit aus dem Web ersichtlich war, gibt es von dort eine gute Busverbindung nach Iráklio. (Anders als vor Jahren von Balí aus.)

Wir haben diesen Urlaub im Präcovidium gebucht. Dann kam der Lockdown. Dann kamen die Lockerungen. Wir haben beschlossen, die Reise anzutreten, wenn sie durchgeführt wird, sprich: wenn der Flug stattfindet und das Hotel geöffnet hat. Und tatsächlich: Griechenland stand CoViD-19-mäßig gut da, die Reise fand statt.

Vor dem Abflug


Keine Einreise ohne Passenger Locator Form

Allerdings haben die Griechen eine kleine Hürde eingebaut: eine Online-Registrierung 24 bis 48 Stunden vor Einreise. Da muss man einige persönliche Daten preisgeben, Heimatadresse, Adresse am Zielort (Wieso muss man da das Zielland auswählen? Würde ich das Zeug ausfüllen, wenn ich nach Burkina Faso wollte?), Telefonnummern, E-Mail-Adresse, vorher besuchte Länder etc. Hier muss man genau schauen, eine Korrekturmöglichkeit nach dem finalen Abschicken gibt es nicht. Dann muss man auf die Zusendung eines QR-Codes warten.

Jetzt heißt es, sich in Geduld üben. Das PDF mit dem QR-Code wird in unserem Fall in der Nacht vor dem Abflug (der bei uns um 6 Uhr ist) an die bei der Registrierung genannte Mailadresse geschickt. Da schon bekannt war, dass sich die Griechen beim Generieren dieses PDFs Zeit lassen, haben wir vorsorglich unsere GMail-Adressen angegeben, die wir über das Mobiltelefon abfragen können. (Wer sich seine Mails grundsätzlich ans Handy weiterschicken lässt, braucht sich über so etwas keine Gedanken zu machen.) Um 03:30 stehen wir auf, checken die Mails am Handy: das PDF ist da, ich schalte den Drucker ein und drucke die PDFs aus (zum Glück habe ich am Mobiltelefon eine Drucker-App für unseren Drucker). Wer das PDF nicht in gedruckter Form bei sich hat, dem wird es beim Check-in am Flughafen ausgedruckt.

Ankunft

Nach der Ankunft in Iráklio wird eine Selektion durchgeführt. Es gab schon vorher Gerüchte, dass eine 1 am Beginn des Unique Code unter dem QR-Code bedeutet, dass man glücklicher Gewinner eines kostenlosen CoViD-19-Tests ist, dass man hingegen mit einer 2 passieren darf. Die Polizisten, die die Selektion vornehmen, werfen immer nur einen kurzen Blick auf den Zettel und winken einen dann durch oder schicken einen zum Anstellen beim Test. Ich habe 2 und darf passieren, meine Frau hat 1 und wird zum Test geschickt. Gefühlt ein Drittel der Passagiere muss zum Test. (Der QR-Code enthält bloß einen URL, der zu einer Webseite mit den eingegebenen Daten führt. Wer den URL kennt, hat ohne Authentifizierung Zugriff auf die Daten! Auch fast sechs Wochen nach unserer Rückkehr sind die Daten noch online.)

Tage später erhalten wir dann beide von den griechischen Behörden ein SMS mit dem Hinweis, dass es sein kann, dass wir bei der Einreise auf CoViD-19 getestet werden. (Ah ja, gut zu wissen.) Ansonsten hören wir nichts mehr. Meine Frau ist also offenbar virenfrei.

Hotel


Hotel Knossos Beach: weiß gekalkte Bungalows, viele Grünflächen

Das Hotel Knossos Beach besteht neben dem Hauptgebäude, in dem sich Rezeption, Lobby, Bar und Speisesaal befinden, aus kleinen, verschachtelten, weiß gestrichenen Bungalows, die sich direkt den Strand entlang erstrecken. Das wirkt heimelig und mediterran, hat aber einen hohen Flächenverbrauch – und ist insofern auch typisch griechisch. Unser Bungalow besteht aus einem nicht sonderlich geräumigen Zimmer, einem Bad mit Klo und einer kleinen Terrasse.

Das Hotel sieht sich selbst als Luxusetablissement („Luxury 5 Star Beachfront Hotel“). Doch zumindest unser Bungalow trägt die üblichen Abnützungsspuren eines Hotelzimmers, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat; dazu Staub in den Schubladen, Spinnweben unter dem Waschtisch und am Badfenster. Ein gutes Hotel, gewiss, aber Luxury?

Zum Hotel gehört auch ein Restaurant, in dem man à la carte isst. Wir als Gäste mit Halbpension essen im Speisesaal am Buffet. Großes Plus: der Speisesaal ist nicht klimatisiert; man muss also beim Frühstücken und Abendessen nicht frieren. Leider darf man sich wegen CoViD-19 nicht selbst bedienen, sondern muss durch eine Plexiglaswand hindurch, hauptsächlich durch Gestikulieren, kummunizieren, wovon man wieviel möchte. (Sprechen ist, wegen der Maske vor dem Gesicht und der Plexiglaswand, nur begrenzt von Nutzen.) Das hat den Vorteil, dass man weniger nimmt, als wenn man sich selbst den Teller beladen hätte. Aber es hat den Nachteil, dass man auf manche Dinge verzichtet; ich habe keine Lust, jeden Morgen erklären zu müssen, wieviel ich wovon in mein Frühstücksmüsli möchte. Und es geht mir auf die Nerven, ständig das Salz extra ordern zu müssen; das man dann in einem 1-Gramm-Papiersäckchen bekommt.

Strand


Sandstrand; sauberes, einige Tage lang durch Seegang getrübtes Wasser

Der Sandstrand ist durch Molen in kleine Buchten gegliedert. Die Molen sollen den Wellengang reduzieren. Das Wasser ist eigentlich sauber, aber durch den Wind wird das Wasser einige Tage lang aufgewühlt. Die Sonnenschirme und Liegestühle sind für Hotelgäste frei. Die großen quadratischen Betten kosten hingegen 25 € pro Tag. Ein Teil der Betten scheint fix zu einem bestimmten Zimmer zu gehören.

Das Hotel liegt in der Einflugschneise des Flughafens. Am Strand kann man den Fliegern beim Anflug zuschauen. Am Nachmittag waren es gefühlte 5 bis 10 Flugzeuge in der Stunde. Uns hat's nicht gestört. Aber wer Fluglärm nicht ausstehen kann, sollte sich einen Strand weiter östlich suchen.

Wetter

Es hat in dieser vorletzten Juliwoche Tageshöchsttemperaturen zwischen 29 und 31°C. Dazu kommt ein leichter Wind, der die Hitze fühlbar abmildert. Wenn man aus dem Wasser kommt, ist es durch den Wind direkt kühl. In der Engstelle zwischen der Festung Koúles und der Mole wird der Wind durch die Kaminwirkung zum Sturm. Daher Hut gut festhalten, meine Frau hat ihren eingebüßt (vom Winde verweht).

Iráklio liegt auf dem 25. Längengrad. Es hat Osteuropäische Sommerzeit (UTC+3), dies ist die Zeit des 45. Längengrads. Der Unterschied zur mittleren Ortszeit beträgt also 20°, das sind 80 Minuten. Davon muss man in der zweiten Julihälfte gut 6 Minuten Zeitgleichung (s. Wahre Ortszeit, Mittlere Ortszeit) abziehen. Die Sonne erreicht ihren Zenit also kurz vor Viertel nach eins.

Busfahren

An der alten Nationalstraße entlang der Küste gibt es zwischen Iráklio und Mália (und weiter nach Ágios Nikólaos und Ierápetra) eine dichte Busverbindung (von Kokkíni Cháni nach Iráklio alle halbe Stunde), die von der KTEL bedient wird. Die Haltestellen sind zwischen Kokkíni Cháni und Mália aufsteigend numeriert. In der OpenStreetMap und der darauf basierenden Android-App OsmAnd sind diese Haltestellen samt Nummer auch eingezeichnet. Die Haltestellen sind deutlich gekennzeichnet, oft durch ein Wartehäuschen, und es gibt dort sogar einen Fahrplan, den auch Nichtgriechen verstehen können. Nicht verstanden habe ich, warum die Frequenz der Busse Richtung Iráklio höher ist als in die Gegenrichtung und warum in Iráklio mehr Busse Richtung Mália abfahren, als in Kokkíni Cháni laut Fahrplan ankommen.

Unsere Haltestelle ist die Nummer 2. Richtung Iráklio liegt sie vor dem Hotel Arina Beach, gegenüber einem Altersheim, 200 m westlich der Einfahrt zu unserem Hotel. Richtung Mália liegt sie 100 m weiter östlich, vor einem Minimarket. Anders als in manchen anderen Gegenden hält der Bus an der Haltestelle, wenn dort Leute stehen. Man muss sich nicht erst auf die Fahrbahn werfen. Man steigt hinten ein (die Fahrertür bleibt in aller Regel geschlossen), nimmt Platz und wartet auf den Schaffner, bei dem man die Fahrkarten kauft. Der Bus hält übrigens auch am Flughafen. Die Endstation in Iráklio ist der Busbahnhof an der Kreuzung Ephesusstraße (Efésou) und Ikarusboulevard (Leof. Ikárou). Fährt man von Iráklio nach Kokkíni Cháni (oder wohin auch immer), erwirbt man die Fahrkarte in der Schalterhalle des Busbahnhofs und zeigt sie dann im Bus dem Schaffner, dem man auch mitteilt, an welcher Haltestelle man aussteigen möchte.

Für Fahrten innerhalb von Iráklio – und dazu gehört z.B. auch der Bus nach Knossós – ist nicht die KTEL, sondern die städtische Buslinie zuständig. Die Fahrscheine dafür erwirbt man beim Kiosk, bei den Fahrscheinautomaten an den größeren Haltestellen oder direkt beim Fahrer (da kosten sie allerdings, glaube ich, mehr). Man steigt beim Fahrer ein, dieser entwertet die Karte, indem er die Hälfte abreißt.

Situation

Infolge von CoViD-19 sind deutlich weniger Touristen als in „Normaljahren“ zu verzeichnen. Das beginnt beim nur spärlich besetzten Speisesaal im Hotel, setzt sich fort beim Strand und zeigt sich besonders deutlich bei Restaurants und Tavernen. Mehr als einmal haben wir ein ganzes Restaurant für uns allein. Anfangs meinten wir, die Lokale seien nicht geöffnet. Doch Speisekarten auf den Tischen zeigen, dass der Wirt auf Gäste wartet. In den meisten Lokalen gibt es Gratiszugaben, z.B. eine Nachspeise, denn die Wirte kämpfen verzweifelt um die Gunst der Gäste. Daher waren wir auch beim Trinkgeld sehr großzügig.

Nicht wenige Lokale und Geschäfte sind hier auch auf Russisch angeschrieben. (Auch die Homepage unseres Hotels kann wahlweise auf Englisch oder auf Russisch angezeigt werden.) Das zeigt, dass die Gäste aus dem Reich Putins auch auf Kreta eine kritische Masse erreicht haben. Ich kann nicht bedauern, dass den russischen Touristen mit ihrer oft ans Rüpelhafte grenzenden, polternden Hoppla-jetzt-komm-ich-Mentalität (offenbar können sich nur solche Leute das Reisen leisten) heuer coronabedingt die Einreise nach Griechenland verwehrt ist. Aber vielen Hotels, Lokalen und Geschäften tut es natürlich weh.

In öffentlichen Verkehrsmitteln und anscheinend auch in Geschäften gilt Maskenpflicht. Wir tragen die Maske außerhalb unseres Zimmers praktisch immer, ich sogar am Strand, wenn ich nicht gerade im Wasser bin. Im Hotel werden die Regeln sehr streng genommen, Essensausgabe erfolgt mit Maske und Handschuhen. Desinfektionsmitteln sind allgegenwärtig. Manche Lokale haben auf jedem Tisch eine Flasche stehen.

Kokkíni Cháni

Kokkíni Cháni bedeutet „Kokkínis' Gasthaus“; το χάνι (= türk. han) heißt „Herberge, Karawanserei, Gasthaus“. An der Straße nach Iráklio gab es hier mehrere solcher Gasthäuser. Der Ort ist benannt nach dem Gasthaus der Kokkínis. Geórgios Kokkínis und sein Sohn Dimítrios waren im 19. Jh. die Besitzer dieser Herberge, die auch als Übergabestation von Post und Häftlingen, die von einer Präfektur in die andere transportiert wurden, diente (s. Wikipedia-Art. Κοκκίνη Χάνι Ηρακλείου). Das Chani wurde revoniert, aber ich habe es nicht gesehen.

Andere bekannte Gasthäuser waren das von Chatzís und das von Níros, nach dem der Ort zuvor auch Nírou Cháni „Niros' Gasthaus“ hieß. Dieses wurde im Zuge der Ausgrabungen einer minoischen Villa aus dem 16. Jh. v.Chr. abgetragen. Diese Villa befindet sich direkt an der Hauptstraße, kann aber (Stand 2020) nur nach telefonischer Terminvereinbarung besichtigt werden. Unweit unseres Hotels wurden auch Reste einer minoischen Werft gefunden.

Vathianós Kámbos „zu Váthia gehörende Ebene“ heißt nach den 3,5 bzw. 5 km landeinwärts gelegenen Dörfern Unter- bzw. Ober-Váthia (Κάτω bzw. Επάνω Βάθια). Der Vathianós potamós (Βαθειανός ποταμός) „zu Váthia gehörender Fluss“ fließt an den genannten Dörfern vorbei und mündet nur wenige Meter vom Swimming Pool unseres Hotels entfernt ins Meer. Im Sommer ist er natürlich trocken gefallen. (S. Παραλία Βαθειανός Κάμπος und Παραλίες Βαθειανού Κάμπου.)

Heute ist Kokkíni Cháni eine Perle an der Kette von Orten, die sich am Meer vom Osten Iráklios bis Mália erstrecken und hauptsächlich vom Fremdenverkehr leben, das „Hinterland“ hingegen von der Landwirtschaft. Nicht ganz 2,5 km vom Meer entfernt gibt es das Watercity, ein Freibad mit großen Wasserrutschen. Wie sinnvoll ein solches, eine halbe Stunde Wegzeit vom Meerestrand entferntes Bad ist, sei dahingestellt.

Iráklio

Im Wechsel des Namens der Stadt spiegelt sich auch ihre Geschichte. Ηράκλειο (agr. Ἡράκλειον Hērákleion oder Ἡράκλεια) „Herakles gehörig“ war in minoischer Zeit der Hafen von Knossos. Den minoischen Namen kennen wir natürlich nicht. Der von den dorischen Einwanderern vergebene Name bezieht sich auf Herakles, der hier an Land gegangen sein soll, um den kretischen Stier zu bezwingen.

Die Araber, die Kreta 824 eroberten, nannten den Ort خندق Ḫandaq „Graben“. Die Byzantiner, die die Stadt 960 zurückeroberten, übernahmen den arab. Namen in der Form Χάνδαξ Chándax bzw. Χάνδακας Chándakas. Die Venezianer, die im 13. Jh. die Herrschaft übernahmen, nannten die Stadt Candia. Bei den Osmanen, die sie 1669 nach 21jähriger Belagerung eroberten, hieß sie Kandiye. Bei den Griechen kam der Name Μεγάλο Κάστρο Megálo Kástro „große Festung“ auf. Mit dem Anschluss Kretas an Griechenland 1913 kehrte man zum Namen Ἡράκλειον (nach Abschaffung der Katharévousa 1976 und der polytonischen Orthographie 1982: Ηράκλειο) zurück.

Knossos

Κνωσός Knōsós (so der antike Name, erst später mit Doppel-σ) ist vor allem bekannt durch den von Arthur Evans ausgegrabenen und in Beton rekonstruierten minoischen Palast. Von der Stadt der griech.-röm. Zeit (unmittelbar nördlich des Palastes) ist nur wenig erhalten. Der Palast ist 5,3 km Luftlinie vom venezianischen Hafen Iráklios entfernt, und etwa gleich weit vom Strand beim Heiligtum von Amnisós. In Amnisós war vermutlich einer der beiden Häfen von Knosós.

Erster Tag (Montag)

Der Flug von Salzburg nach Iráklio dauert etwa 2½ Stunden. Da der Flugverkehr am Flughafen Salzburg überschaubar ist, heben wir überpünktlich ab. In Iráklio reihen wir uns in die Selektionsschlange ein. Meine Frau muss zum Test, ist damit aber schon fertig, als ich gerade die Koffer vom Förderband hebe.

Die Situation vor dem Flughafen ist dann etwas verwirrend. Es gibt eine lange Reihe von „Schaltern“, von denen jeder mehrere Reiseanbieter bedient. Man muss sich den seinen suchen. Dort bekommt man Unterlagen über die örtliche Vertretung des Reiseanbieters (den Reiseleiter) und die Information, welcher Zubringerbus einen zum Hotel fahren wird.

Im Hotel angekommen fragen wir beim Check-in, was jetzt in Bezug auf den Coronatest meiner Frau zu geschehen hat (24- oder gar 48stündige Quarantäne?). Nichts. Der Rezeptionist misst unsere Körpertemperatur, stellt fest: kein Fieber, alles paletti.

Wir gehen Mittagessen. Das erste Gasthaus ist die Taverna Tzo (das ist wohl griech. Schreibung für Joe). Wie wir im Vergleich mit anderen Tavernen später herausfinden, ist sie weder die beste noch die billigste am Ort. (To Kýma gleich daneben ist wesentlich besser.) Nach einer Ruhepause (wir sind heute um halb vier aufgestanden) geht es an den Strand. Viel mehr Tagesprogramm ist für heute nicht vorgesehen.

Zweiter Tag (Dienstag)


Iráklio: Venezianische Loggia an der Straße des 25. August.

Iráklio: Morosinibrunnen am Elefthérios-Venizélos-Platz (Pl. Eleftheríou Venizélou).

Wir gehen zur Bushaltestelle 2 und warten ab 09:20 auf den Bus. Der laut Fahrplan um 09:35 hier abfahrende Bus kommt nicht, erst der um 10:05; und der hat 5 Minuten Verspätung. (Das fängt ja gut an.) Eine Fahrt nach Iráklio kostet 1,90 € und dauert im Schnitt 20 Minuten, heute verkehrsbedingt allerdings etwas länger.

Wir gehen vom Busbahnhof, vorbei an den sog. Arsenalen, zum venezianischen Hafen und zur Festung Koúles (auch Rocca al Mare genannt). Diese ist seit Jahren geschlossen, eine Besichtigung ist nicht möglich. Wir gehen ein paar hundert Meter auf der Mole Richtung Leuchtturm und drehen dann um. (Von der Festung zum Leuchtturm sind es ziemlich genau 2 km; hin und zurück also eine Stunde Wegzeit.)

Dann wandern wir die Straße des 25. August (25is Avgoústou) hoch, die Teil einer ausgedehnten Fußgängerzone ist, die allerdings in Ost-West-Richtung von zwei Verkehrsadern durchschnitten wird: Epiménidesstraße (Epimenídou) und Koronéosstraße (Koronéou, nicht zu verwechseln mit κοροναϊός koronaïós „Coronavirus“!). Hier sind viele Geschäfte und Lokale, hier stößt man zugleich auch auf die meisten der architektonischen Sehenswürdigkeiten von Iráklio, nämlich die Ágios-Títos-Kirche, die venezianische Loggia mit dem Rathaus dahinter, die Ágios-Márkos-Basilika (Pinakothek), den Morosinibrunnen, nur eine Parallelstraße entfernt die Ágios-Minás-Kathedrale und die Agía-Ekateríni-Kirche (Museum christlicher Kunst).

Wir wollen Mittagessen. Auf der Suche nach einer Lokalität landen wir in einer Fischtaverne am Anfang der Straße des 25. August mit Blick auf den venezianischen Hafen und die Festung Koúles. Nicht schlecht, aber auch nicht billig. Vermutlich bezahlt man hier die Aussicht mit.

Wir setzen unsere Stadtbesichtigung fort mit dem Bembobrunnen und zuletzt dem Grab von Níkos Kazantzákis auf der Martinengobastion der Stadtmauer. Von dort marschieren wir auf der Nikólaos-Plastíras-Straße (Nikoláou Plastíra) und der Pediádastraße (Pediádos) zurück zum Busbahnhof, wo wir den Bus um 15:45 nach Kokkíni Cháni gerade noch erwischen.

Dritter Tag (Mittwoch)


Archäolog. Museum Iráklio: Schnittervase aus Agía Triáda, Specksteingefäß mit umlaufendem Reliefband, 1500-1450 v.Chr. Dargestellt ist ein Zug von Männern mit einem unerklärten Gerät auf den Schultern (Worfelgabel? Dreizack? Harpune? Enterhaken?)

Archäolog. Museum Iráklio: Stiersprungfresko aus dem Palast von Knossos, 1600-1450 v.Chr.: doch was ist wirklich dargestellt? Ein religiöser Ritus? Ein riskanter Sport? Eine Szene aus einem minoischen Mythos?

Wir nehmen heute den Bus nach Iráklio um 09:05 und er ist ziemlich pünktlich. Er braucht heute nur 15 Minuten zur Endstation. Wir gehen zum Archäologischen Museum (etwa eine Viertelstunde Fußweg) und kaufen ein Kombiticket für das Museum und den Palast von Knossos (20 €, die zweite Sehenswürdigkeit muss innerhalb von 3 Tagen besucht werden). Das Museum ist klimatisiert und die Mitnahme eines Pullovers ist empfehlenswert. Hier sind die Funde aus den minoischen Palästen von Knossos, Phaistos, Malia und Zakros zu bewundern. Auch die Originale der berühmten Fresken (in der oft fragwürdigen Rekonstruktion Evans') sind hier. Man darf fotografieren (ohne Blitz natürlich), ausgenommen jene besonders gekennzeichnete Vitrinen, in denen neuere, noch unpublizierte Funde ausgestellt sind.

Anfangs ist das Museum eher leer, doch mit fortschreitendem Vormittag wird die Schar der Besucher dichter. Als wir um 13:15 aus dem Museum herauskommen, sehen wir eine lange Schlange vor dem Eingang. Es hat sich ausgezahlt, schon vor 10 Uhr hier zu sein. Nur wenige Meter vom Museum entfernt ist die Chapouthierstraße (Sapoutié). Fast gehen wir an der Taverne Améthystos vorbei, weil die Tische leer sind und wir zunächst glauben, dass sie geschlossen hat. Das Essen hier ist ausgezeichnet und durchaus günstig. (Kuriosum am Rande: hier wird Fimi Cola serviert, griech. Φήμη.) Wir nehmen den Bus um 14:45 zurück zu unserem Hotel.

Vierter Tag (Donnerstag)


Palast von Knossos: Farbe und Beton, die Evanssche Rekonstruktion der sog. Südpropyläen.

Palast von Knossos in den Zeiten von Corona: gesperrter Treppenaufgang zum Westflügel des Palasts, Menschen­schlange vor dem Eingang zum sog. Thronsaal.

Wer nehmen den gleichen Bus nach Iráklio wie gestern (09:05) und gehen vom Busbahnhof zum Freiheitsplatz (Pl. Eleftherías). Bei „Marino's Kiosk“ (mit der auffälligen roten Laufschrift) kaufen wir Hin- und Rückfahrtscheine für den städtischen Bus nach Knossós (2. Zone, blau, je Fahrt 1,50 €) und warten vor der Apotheke am Platz auf den nächsten Bus der Linie 2. Theoretisch sollte er alle 15 bis 20 Minuten fahren, doch bestenfalls alle halbe Stunde trifft es eher. Die Fahrt zum Palast, der am Südrand des modernen Iráklio liegt (ziemlich genau 5 km Luftlinie vom Freiheitsplatz), dauert nicht ganz eine halbe Stunde.

Da wir bereits eine Eintrittskarte haben (Kombiticket vom Archäologischen Museum), sind wir rasch drin. Und erleben bald eine herbe Enttäuschung. Gut die Hälfte des Palastes ist gesperrt und nicht zu besichtigen. Das beginnt beim Westflügel mit dem Piano Nobile, den Westmagazinen, dem Saal mit den Freskenkopien, und setzt sich fort mit dem gesamten Ostflügel mit dem Megaron des Königs, dem Megaron der Königin, dem Badezimmer der Königen, der Halle mit den Doppeläxten, den Südhäusern, dem Magazin mit den Medaillonpithoi, dem Magazin mit den Riesenpithoi, dem Osteingang usw. Lediglich einen Blick in das Große Treppenhaus kann man von oben werfen.

Vor dem Thronsaal wartet bereits eine Menschenschlange. Denn der Raum darf coronabedingt nur familienweise betreten werden. Unsere Hoffnung, dass die Schlange gegen Mittag kürzer werden würde, erfüllt sich nicht. Zum Anstellen in der zunehmenden Hitze haben wir keine Lust. Da wir soviel vom Palast nicht gesehen haben, kommt es auf diesen einen Raum auch nicht mehr an. Frustriert ziehen wir von dannen.

Was konnte man also besichtigen: die Kouloúres, den Westhof, den Prozessionskorridor, die Südpropyläen, den Korridor mit dem Fresko des Lilienprinzen, den Zentralhof, den Thronsaal, das große Treppenhaus von oben, den Nordkorridor mit dem Stierrelief, die Pfeilerhalle, das Lustralbad, das Theater. Warum war der Rest gesperrt? Vermutlich, weil auf den Treppen und in den kleineren Räumen der Sicherheitsabstand nicht gewahrt werden kann.

Gegenüber dem Parkplatz und der Bushaltestelle für den Palast gibt es etliche Andenkenläden mit durchaus moderaten Preisen. Meine Frau besorgt die unvermeidlichen Einkäufe und wir warten auf den Bus. Der kommt nach einer halben Stunde (in Gegenrichtung ist das offenbar Linie 20) und wir fahren zurück ins Zentrum von Iráklio. Wir gehen wieder ins Améthystos Mittagessen, das vom Freiheitsplatz nur ein paar Schritte entfernt ist.

Was tun mit dem angebrochenen Nachmittag? Wir gehen die Dädalusstraße (Dedálou), vorbei am Morosinibrunnen, dann ein Stück den Kalokerinósboulevard (Leof. Kalokerinoú), und arbeiten uns durch das Straßengewirr vor zum Naturhistorischen Museum, das am Meer liegt. Das Museum mag besuchenswert sein, das Gebäude selber ist ein unansehnlicher Zweckbau. Wir gehen weiter zum Historischen Museum. Das ist in einem klassizistischen Palazzo untergebracht, der einst der Familie Kalokerinós gehörte. Schräg gegenüber, allerdings nur durch dichten Autoverkehr erreichbar, befindet sich die restaurierte venezianische St.-Peter-und-Paul-Kirche (auch St. Peter der Dominikaner genannt) nebst einigen Mauerresten des einstigen Dominikanerklosters. Von dort gehen wir, vorbei am venezianischen Hafen und den Arsenalen, zum Busbahnhof und nehmen den Bus um 14:45 zurück nach Kokkíni Cháni.

An diesem Abend spazieren wir ein wenig durch Kokkíni Cháni und gehen hinauf zur Kirche Áxion estín, einer großen orthodoxen Kirche in Sichtbetonbauweise.

Fünfter Tag (Freitag)


Palast von Malia: Pflasterweg am Nordeingang, links einer der Riesenpithoi aus den Nordmagazinen, im Hintergrund die Überdachung der sog. Agora.

Palast von Malia: der berühmte κέρνος kérnos, ein runder Stein mit 90 cm Durchmesser und 34 napfartigen Vertiefungen am Rand. Vermutlich ein Opferstein. Oder doch ein Brettspiel?

Wir fahren heute mit dem Bus um 09:35 in die entgegengesetzte Richtung, zum minoischen Palast von Malia (die Fahrt kostet 2,30 €). Der Bus ist schon fünf Minuten vor der fahrplanmäßigen Zeit da. Wir auch, da wir wissen, dass er um 9:15 in Iráklio losfährt und bei günstiger Verkehrslage nur 15 Minuten hierher braucht. Der Bus fährt unmittelbar bis zum Eingang der Grabungsstätte, die ein paar Kilometer östlich des Ortskerns und 300 m von der alten Nationalstraße meerwärts liegt.

Der Eintritt kostet 6 €. Um 11:00 beginnt eine deutschsprachige Führung. Bis dahin haben wir noch 40 Minuten Zeit, wir machen also zunächst einen Rundgang auf eigene Faust. Der Führer heißt laut dem Kretaführer von Andreas Schneider (DuMont Reise-Taschenbuch, 1. Aufl. 2019, S. 261) Giorgos Pothos. Seine humorvolle, engagierte, gut 75 Minuten dauernde Führung ist die 5 € zweimal wert.

Wir gehen zu Fuß Richtung Mália, vorbei an einem ausgeschilderten Feuchtgebiet mit viel Schilf und Binsen. Nach einer Stunde Spaziergang erreichen wir den Ortskern und suchen nach einem Restaurant. Viele Lokale haben jetzt geschlossen, manche vielleicht coronabedingt (z.B. McDonalds), mehr vermutlich, weil das Remmidemmi erst abends losgeht. Mália ist das Faliráki von Kreta.

Wir setzen uns in die Taverna Symposium an der Grammatikákisstraße (Grammatikáki), 70 m westlich der Kreuzung mit der Demokratiestraße (Dimokratías), und laben uns. Auch hier ist gut und günstig essen. Trotzdem sind wir die einzigen Gäste.

Wir gehen, vorbei an den üblichen architektonischen Geschmacklosigkeiten solcher Lokalmeilen, zur Bushaltestelle 32 (1 km Fußweg). O je, laut Fahrplan haben wir den Bus um ein paar Minuten verpasst. Der nächste fährt in einer Stunde (16:00). Wir gehen also 300 m zurück, setzen uns ins Pub Galaxy und trinken einen Kaffee. Um halb vier fährt ein KTEL-Bus Richtung Iráklio vorbei. Hä? Stimmt der Fahrplan etwa nicht? Wir machen uns wieder auf zur Bushaltestelle, um den nächsten fahrplanmäßigen Bus zu erwischen. Doch der nächste Bus, der kommt, fährt ohne zu halten vorbei. Zehn Minuten später, als ich schon überschlage, was ein Taxi kosten würde, kommt ein KTEL-Bus und hält. Wir steigen ein. Kurz vor Liménas Chersonísou müssen wir umsteigen in den Bus hinter uns. (Vielleicht will der Bus ab hier auf die Autobahn.) Aber zu guter Letzt kommen wir doch bei unserem Hotel an.

Sechster Tag (Samstag)


CretAquarium: ein Hai, vermutlich Sandtigerhai (Carcharias taurus).

CretAquarium: Gewöhnliche Languste (Palinurus elephas).

Heute wollen wir ins CretAquarium in Káto Goúves, laut Reiseführer eines der größten Aquarien Europas. Auf Griech. heißt es Θαλασσόκοσμος „Meereswelt“, auf einem Wegweiser in Kokkíni Cháni Ενυδρείο Κρήτης „Aquarium von Kreta“. Wir wollen zu Fuß hingegen: zunächst 2 km durch den Ort Kokkíni Cháni, dann die Vitséntzos-Kornáros-Straße (Vitséntzou Kornárou) zum Meer hinunter, dann das Meer entlang bis zum Beginn des Strands von Goúves; von unserem Hotel insgesamt wenig mehr als 4 km. Das Areal war einst eine amerikanische Militärbasis, die Satellitenansicht auf Google Maps ist stark verpixelt.

Der Eintritt kostet 10 €, die Räume sind auf 19 °C klimatisiert. In vielen kleinen und einigen großen Aquarien sieht man eine große Vielfalt von Meeresgetier. Das größte ist ein ca. 3 m langer Hai. Beeindruckend sind auch die großen Barsche (deren es zahlreiche unterschiedliche Arten gibt), die Cobas, die Langusten, die bunten tropischen Fische wie Falscher Clownfisch (Nemo), Palettendoktorfisch (Dorie) oder Halfterfisch (Khan), die tiefblau leuchtendend Quallen, die Anemonen.

Wir gehen die Friedensstraße (Irínis) zur Nationalstraße zur Bushaltestelle 9 und warten auf den nächsten Bus. Wir haben Glück und müssen nicht allzu lang warten und fahren mit dem Bus, der kurz nach halb eins kommt, nach Kokkíni Cháni (1,60 €), allerdings nicht bis zum Hotel, sondern wir steigen schon etwas eher aus und gehen Mittagessen. Wir landen in der Taverna To Kýma, gleich neben der Taverna Tzo. Hier ist ganz ausgezeichnet essen. Danach schlendern wir zum Hotel.

Siebenter Tag (Sonntag)


Iráklio: Bronzeskulptur „zeitlose Begegnung“ (διαχρονική συνάντηση) von Aspasía Papadoperáki, 2003-2006, vor der spiegelnden Glasfassade der Pancretan Cooperative Bank gegenüber dem KTEL-Busbahnhof. Dargestellt sind in der jeweiligen Tracht ihrer Zeit (v.l.n.r.) Níkos Kazantzákis (1883-1957), der Maler Domínikos Theotokópoulos (alias El Greco, 1541-1614) und der Dichter Vitséntzos Kornáros (1553-1613).

Iráklio: das Bethlehemtor.

Sonntags fahren die Busse mit reduzierter Frequenz, wir nehmen den um 09:35 nach Iráklio. Wir möchten vor allem noch einen Rundgang an bzw. auf der Stadtmauer machen und das Museum für christliche Kunst besuchen.

Erste Station ist das St.-Georgs-Tor mit einem schönen, aber graffitibeschmierten osmanischen Brunnen. Die Gewölbe im Durchgang zur anderen Seite der Stadtmauer, die gelegentlich für Ausstellungen genutzt werden, sind momentan versperrt. Das gilt für alle Stadttore Iráklios. Momentan herrscht eben Corona. Wir gehen hinauf zum Freiheitsplatz (Pl. Eleftherías) und von dort die etwas heruntergekommene Pediádastraße (Pediádos) zum Jesustor.

Hier besteigen wir die Mauer (natürlich vermittels einer Treppe) und setzen unseren Weg auf ihr fort. Die Mauer ist ca. 40 m breit, hier sind Gehwege und Grünflächen angelegt. Von der Jesusbastion aus kann man gut in das Mános-Chatzidákis-Freilufttheater (griech. κηποθέατρο) sehen, das zwischen den Mauern der Bastion auf einem der sog. Piazze Basse liegt. Bei der Martinengobastion, auf der wir schon am zweiten Tag waren (Kazantzakis' Grabmal), verlassen wir die Mauer kurz, und gehen zum Bethlehemtor, das ich von unten sehen möchte. Gleich danach gehen wir wieder auf die Mauer, von wo man von oben in ein Freiluftkino sieht. Wir gehen bis zur Pantokratorbastion, dort verlassen wir die Mauer über die Treppe zur Erzbischof-Makários-Straße (Archiepiskópou Makaríou).

Wir gehen zum Pantokratortor (auch als Chaniátor bezeichnet), um von dort auf dem Kalokerinósboulevard (Leof. Kalokerinoú) Richtung Zentrum bis zur St.-Minas-Straße (Agíou Miná) zu gehen. Da sind es gerade noch 200 m bis zur Agía-Ekateríni-Kirche, die das Museum für christliche Kunst beherbergt. Das kleine Museum (Eintritt 4 €) bietet eine Auswahl von Ikonen des 15. bis 19. Jh., aber auch andere Formen sakraler Kunst wie hölzerne Kathedrae, eine schöne geschnitzte Monstanz, silberne Leuchter, Weihrauchgefäße und Bucheinbände, handgeschriebene liturgische Bücher u.ä.

Zum Mittagessen möchten wir heute ein stilvolles Ambiente, am besten mit Blick auf den Morosinibrunnen, der von der Kirche nur einen Katzensprung entfernt ist. Wer setzen uns in das Restaurant Baltas. Das Essen ist gut und die Preise sind keineswegs überzogen. Wir schlendern die Straße des 25. August meerwärts und erstehen noch ein paar Mitbringsel. Am Hafen angelangt lenken wir unsere Schritte zum Busbahnhof. Mit dem Bus um 14:45 geht es zurück zum Hotel.

Achter Tag (Montag)

Abreisetag. Pick-up ist angesetzt für 08:15. Doch Frühstück gibt es erst ab 07:30. Also packen wir unsere Koffer noch vor dem Frühstück fertig und checken auch gleich aus, bevor wir unsere Mahlzeit einnehmen. Wir sind kurz nach acht fertig, und das ist gut so, denn der Bus ist um 08:05 da. Da wir für den Zubringerbus das letzte Hotel auf dem Weg zum Flughafen sind, kommen wir schon um 08:20 am Flughafen an. Hier herrscht ein erstaunlicher Betrieb, und Abstand halten ist angesichts so vieler Menschen auf engem Raum nicht ganz einfach. Wir checken ein, gehen durch die Sicherheitsüberprüfung und suchen unser Gate. Der Ausgang zum Rollfeld liegt einen Stock tiefer als der Warteraum. Wenn man das nicht weiß, kann man lange herumirren, während man zum allerallerletzen Mal aufgerufen wird, sich unverzüglich zum Gate zu begeben.

So überpünktlich, wie wir bei der Anreise abgeflogen sind, so überpünktlich tun wir es jetzt auch bei der Heimreise.

Fazit

Ein geruhsamer Urlaub, der nicht vollgestopft war mit Fünf-Sterne-Sehenswürdigkeiten wie voriges Jahr in Neapel. Und der sich doch auch in dieser Hinsicht gelohnt hat. Dazu kamen ein nettes Hotel, ein schöner Strand und wenig Leute. Corona: des einen Freud, des andern Leid. Und wir sind nicht krank geworden, aber wir haben uns auch brav an die Regeln gehalten: Abstand, Maske, Hände waschen (oder desinfizieren). Trotzdem: die Angst, was wäre, wenn man plötzlich in Kreta CoVoD-19 bekäme, sitzt einem immer ein wenig im Nacken. Immerhin gehören wir schön langsam zur Risikogruppe. Daher waren wir auch ein bisschen erleichtert, als wir wohlbehalten wieder in Salzburg angekommen sind.


Autor: Michael Neuhold (E-Mail-Kontakt)
Letzte Aktualisierung: 5. Sep. 2020