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Substantiva der 1. oder a-Deklination


Das Griech. hat fünf Fälle, der Vokativ wird aber nur dann angeführt, wenn er vom Nominativ verschieden ist.

  Artikel Feminina Maskulina
lang-a kurz-a
Nom.Sg. τέχν-η γλῶσσ-ᾰ < *γλωχ-jα ναύτ-ης
Gen. τῆς τέχν-ης γλώσσ-ης ναύτ-ου, -ᾱο, -εω
Dat. τῇ τέχν-ῃ γλώσσ-ῃ ναύτ-ῃ
Akk. τὴν τέχν-ην γλῶσσ-ᾰν ναύτ-ην, -εα
Vok. (ὦ)     ναύτ-ᾰ
Nom.Pl. αἱ, ταὶ τέχν-αι γλῶσσ-αι ναῦτ-αι
Gen. τῶν, τάων τεχν-ῶν, -άων, -έων γλωσσ-ῶν, -άων, -έων ναυτ-ῶν, -άων, -έων
Dat. ταῖς, τῇς, τῇσι(ν) τέχν-αις, -ῃς, -ῃσι(ν) γλώσσ-αις, -ῃς, -ῃσι(ν) ναύτ-αις, -ῃς, -ῃσι(ν)
Akk. τὰς τέχν-ᾱς γλώσσ-ᾱς ναύτ-ᾱς
  Alpha purum
Nom.Sg.   φιλί-ᾱ βασίλει-ᾰ νεανί-ᾱς
Gen.   φιλί-ᾱς βασιλεί-ᾱς νεανί-ου, -ᾱο, -εω
Dat.   φιλί-ᾳ βασιλεί-ᾳ νεανί-ᾳ
Akk.   φιλί-ᾱν βασίλει-ᾰν νεανί-ᾱν, -εα
Vok.       νεανί-ᾱ
Nom.Pl.   φιλί-αι βασίλει-αι νεανί-αι
Gen.   φιλι-ῶν, -άων, -έων βασιλει-ῶν, -άων, -έων νεανι-ῶν, -άων, -έων
Dat.   φιλί-αις, -ῃς, -ῃσι(ν) βασιλεί-αις νεανί-αις, -ῃς, -ῃσι(ν)
Akk.   φιλί-ᾱς βασιλεί-ᾱς νεανί-ᾱς

Die a-Stämme enden ursprünglich auf , dies hat sich im dorischen Dialekt so erhalten: ἁ τέχνα. Im Ionischen wurde es zu η. Im Attischen ist diese Lautveränderung nach ε, ι, ρ unterblieben (oder wurde wieder rückgängig gemacht): θε-ά, φιλί-α, χώρ-α (sog. Alpha purum).

Es gibt auch Wörter mit kurzem α, sie enden im Nom.Sg. auf -ᾰ, im Akk.Sg. auf -ᾰν, ansonsten haben sie die Ausgänge der Lang-Alpha-Stämme. Auch hier gibt es Subst. mit Alpha purum: βασίλει-ᾰ, von φιλί-ᾱ nur durch den Akzent unterschieden. Bei Homer sind einige dieser Wörter allerdings mit η gebildet: att. ἀλήθειᾰ - hom. ἀληθείη.

Die Maskulina der a-Stämme enden im Nom.Sg. auf , bei Homer einige auf -ᾰ: ἱππότᾰ. Im Gen.Sg. enden sie in Analogie zu den o-Stämmen auf -ου, manche Eigennamen auf -ας stattdessen auf -ᾱ (kontrahiert aus -ᾱο): τοῦ Εὐρώτᾱ. Im Vok.Sg. entfällt das des Nom. (Ἀτρείδης - ὦ Ἀτρείδη), doch endet er bei Wörtern auf -της und Völkernamen auf -ης auf -ᾰ.

Es gibt in dieser Deklination auch eine Handvoll Kontrakta, die sich nur dadurch auszeichnen, daß sie in allen Fällen mit Zirkumflex endbetont sind:

Merke: Eine Eigenheit des attischen Dialekts ist, daß es -ττ- hat, wo alle anderen Dialekte (und auch das spätere aus dem Att. entstandene Koine-Griech.) -σσ- haben: γλῶσσα - att. γλῶττα, κρείσσων - att. κρείττων, φυλάσσω - att. φυλάττω usw. Ich führe nur die gemeingriech. Formen an, die meisten Schulgrammatiken weisen nur die att. Formen aus.


Autor: Michael Neuhold (E-Mail-Kontakt)
Letzte Änderung: 14. Aug. 2006