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Literatur

Der tschech. Reformator Jan Hus (auch Johannes Huss, um 1369-1415) verfasste Schriften über den christl. Glauben, die Kirche und Bibelauslegungen.

Johann Amos Comenius (tschech. Jan Amos Komenský, 1592-1670) verdanken wir Schriften über den Glauben, über Pädagogik, daneben ein umfangreiches Schrifttum in latein. Sprache.

Alois Jirásek, Praotec Čech

Alois Jirásek (1851-1930) war ein produktiver Schriftsteller, der noch in der Zeit der Nationalen Wiedergeburt wurzelte und vor allem historische Themen behandelte. Seine Staré pověsti české „Alte böhmische Sagen“ (oder: „Altböhmische Sagen“) (1894) formten das Verständnis der Tschechen von ihrer Herkunft und Urgeschichte. Im folgenden Kapitel gründet praotec („Urvater“) Čech Böhmen (Čechy).

Jirásek hat noch jest „ist“ (heute je) und den Inf. auf -ti. An zwei, drei Stellen habe ich nicht ganz verstanden, was der Autor sagen wollte.

Došli a položili se na úpatí hory, jež slove Říp. Und sie kamen hin und lagerten am Fuß des Berges, der Říp heißt.
Vojvodové a starší rodu ohledali půdu vůkol a znamenali, že jest úrodná. Die Herzöge und Ältesten des Stammes erkundeten ringsum den Boden und markierten ihn (? od.: stellten fest), dass er fruchtbar ist.
Ráno pak za první zoře vstal Čech a vydal se sám jediný vzhůru na temeno Řípu tichým lesem, plným ještě nočního šera. Am Morgen dann beim ersten Morgenrot stand Čech auf und begab sich ganz allein auf den Gipfel des Říp durch einen stillen Wald, voll noch von nächtlichem Dunkel.
 
Když vstoupil na horu, bylo ráno; Als er den Berg betrat, war es Morgen;
a hle, široširý kraj se před ním rozkládal do nedozírné dálky, až k modravým horám rovný a volný, les a chrastina, nivy a luka. und siehe, in allen Richtungen erstreckte sich das Land vor ihm in unabsehbare Ferne, bis zu den bläulichen Bergen, eben und leer, Wald und Dickicht, Auen und Wiesen.
Bujnou jeho zelení svítily se řeky jako rozlité stříbro. Durch sein üppiges Grün glänzten Flüsse wie ausgegossenes Silber.
 
I zaradoval se [praotec] Čech nad utěšeným krajem i zamyslil se pak nad ním, jak bohové dají, jak [tu] bude jeho rodu i budoucím pokolením. — Da freute sich [Urvater] Čech über das angenehme Land und dachte dann darüber nach, wie die Götter geben werden, wie es [hier] für seinen Stamm und die zukünftigen Generationen sein werde.
 
Když pak sestoupil, zvěstoval, co zhlédl. Als er dann hinuntergestiegen war, verkündete er, was er gesehen hatte.
Nazejtří vydali se mnozí kolem hory, aby poznali všecko okolí. Tags darauf begaben sich viele um den Berg herum, um die ganze Umgebung kennenzulernen.
Co zhlédli, podobalo se jim, vody velmi rybné, půda úrodná, všechen způsobkrajiny, a oznámili, že se hodí na sídla. Was sie sahen, sagte ihnen zu, sehr fischreiche Gewässer, fruchtbarer Boden, jede Art dieser Landschaft (?), und sie gaben bekannt, dass es sich für Wohnsitze eigne.
 
Když pak třetího dne počalo slunce nad lesy vycházeti, povolal Čech bratra a starší a rozkázal svolati všechnu čeleď. Als dann am dritten Tag die Sonne begann, über den Wäldern aufzugehen, rief Čech seinen Bruder und die Ältesten und befahl, das ganze Volk zusammenzurufen.
Povystoupiv s nimi na místo, odkud viděli do kraje, promluvil k nim takto: Als er mit ihnen herausgetreten war auf einen Platz, von wo sie ins Land sahen, redete er so zu ihnen:
 
Již si nebudeme [nebudete] stýskati, neboť jsme našli kraj, kde zůstaneme a sídla zarazíme. „Wir werden [ihr werdet] nicht mehr klagen, denn wir haben das Land gefunden, wo wir bleiben und Wohnsitze gründen werden.
Vizte, to je ta země, kterou jste hledali. Seht, dies ist jenes Land, das ihr gesucht habt.
Často jsem vám o ní mluvil a sliboval, že vás do ní uvedu. Oft habe ich über es gesprochen und euch versprochen, dass ich euch zu ihm hinführen werde.
To je ta země zaslíbená, zvěře a ptáků plná, medem oplývající. Dies ist jenes gelobte Land, voll von Wild und Vögeln, überfließend von Honig.
Na všem budeme míti hojnost, a bude nám dobrou obranou proti nepřátelům. In allem werden wir Überfluss haben, und es wird uns gute Verteidigung gegen Feinde bieten.
Hle, země po vaší [naší] vůli! Jen jména nemá; rozvažte, jakým jménem by měla býti jmenována.“ Siehe, ein Land nach eurem [unserem] Willen! Nur Namen hat es nicht; überlegt, mit welchem Namen es genannt werden sollte.“
 
„Tvým! Tvým nechť se jmenuje!“ zvolal jako z božského vnuknutí stařec dlouhé, bílé brady, nejstarší ze všech starostů. „Mit deinem! Mit deinem soll es genannt werden!“ rief wie aus göttlicher Eingebung ein Greis mit langem, weißem Bart aus, der älteste von allen Vorstehern.
Hned všichni, starostové i čeleď, volali jako jedním hlasem: Sogleich riefen alle, die Vorsteher und das Volk, wie mit einer Stimme:
„Tvým! Tvým jménem!“ „Mit deinem! Mit deinem Namen!“
„Po tobě ať se jmenuje!“ „Nach dir soll es genannt werden!“

Text von Wikisource, abweichende Lesarten in eckigen Klammern nach einem Preview von eReading.cz. Eher eine Nacherzählung als eine dt. Übersetzung ist Böhmens alte Sagen bei Gutenberg.de. Eine Einbettung der Sage in die Geschichte bietet Radio Prag: Urvater Tschech und die Besiedlung Böhmens.

Der Name Čech wird meist abgeleitet von der Wurzel *cel-, die auch in čeleď „Familie, Gesinde“, člověk „Mensch“ steckt, und einem expressiven Suffix -ch. Andere leiten ihn ab von *čechati = česat „kämmen, reiben, schlagen“, bezogen auf die kriegerische Natur der Tschechen.

Der Berg Říp (dt. Georgsberg) liegt in Nordböhmen, ungefähr in der Mitte zwischen Prag und Aussig.

Jaroslav Hašek, Schwejk

Jaroslav Hašek (1883-1923) ist der Verfasser von Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války, dt. etwa „Die Geschicke des braven Soldaten Schwejk im Weltkrieg“, 1921-23). Der Schwejk ist ein satirischer Roman, der beschreibt wie ein einfacher Tscheche durch Frechheit einerseits und allzuwörtliche Erfüllung von Befehlen andererseits die k.u.k Polizei- und Militärmaschinerie ad absurdum führt. Das Werk ist unvollendet, der Autor starb im Alter von 39 Jahren an Herzversagen.

Der Roman beginnt mit der Nachricht von der Ermordung des österr. Thronfolgers in Sarajevo. Schwejks Reaktion ist zwar nicht geradezu schadenfroh, aber doch belustigt. Die Tschechen hatten wenig Grund, die Österreicher im allgemeinen und die Habsburger im besonderen zu lieben.

Im Original spricht Schwejk umgangssprachl. Tschechisch (häufig vo- für o-, voblík = oblékl, co = který). Die dt. Übersetzung von Grete Reiner versucht das nachzuahmen (is = ist, ham = haben). Daraus wurde dann im Film das Böhmakeln, das Schwejk allerdings wie einen Ausländer klingen lässt. Dazu kommt, dass der Militärjargon mit Germanismen durchsetzt ist (obrlajtnant = Oberleutnant u.ä.). Das ist kaum wiederzugeben und ich habe daher auch darauf verzichtet.

Zasáhnutí dobrého vojáka Švejka do světové války Kap. 1: Das Eingreifen des braven Soldaten Schwejk in den Weltkrieg
"Tak nám zabili Ferdinanda," řekla posluhovačka panu Švejkovi, který opustiv před léty vojenskou službu, když byl definitivně prohlášen vojenskou lékařskou komisí za blba, živil se prodejem psů, ošklivých nečistokrevných oblud, kterým padělal rodokmeny. „Sie haben uns also den Ferdinand umgebracht“, sagte die Bedienerin zu Herrn Schwejk, der sich, nachdem er vor Jahren den Militärdienst verlassen hatte, als er von der militärärztlichen Kommission endgültig zum Idioten erklärt worden war, vom Verkauf von Hunden ernährte, hässlichen Promenadenmischungen, Ungeheuern, für die er Stammbäume fälschte.
Kromě tohoto zaměstnání byl stižen revmatismem a mazal si právě kolena opodeldokem. Außer dieser Beschäftigung war von Rheumatismus heimgesucht und rieb sich gerade die Knie mit Opodeldok ein.
Opopeldok: lt. Wikipedia eine Mischung aus Seife, Kampfer, Rosmarin- und Thymianöl, die zur Behandlung von Gicht und Rheuma verwendet wurde.
"Kterýho Ferdinanda, paní Müllerová?" otázal se Švejk, nepřestávaje si masírovat kolena, "já znám dva Ferdinandy. Jednoho, ten je sluhou u drogisty Průši a vypil mu tam jednou omylem láhev nějakého mazání na vlasy, a potom znám ještě Ferdinanda Kokošku, co sbírá ty psí hovínka. Vobou není žádná škoda." „Was für einen Ferdinand, Frau Müller?“, fragte Schwejk, wobei er nicht aufhörte sich die Knie zu massieren, „ich kenne zwei Ferdinand. Einen, der ist Diener beim Drogisten Pruscha und hat dort einmal irrtümlich eine Flasche irgendeines Öles für die Haare ausgetrunken, und dann kenne ich noch den Ferdinand Kokoschka, was die Hundstrümmerl sammelt. Um beide ist nicht schade.“
"Ale, milostpane, pana arcivévodu Ferdinanda, toho z Konopiště, toho tlustýho, nábožnýho:" „Aber gnädiger Herr, den Herrn Erzherzog Ferdinand, den aus Konopischt, den dicken, frommen.“
Franz Ferdinand von Österreich-Este (1863-1914), Thronfolger auf dem österr. Kaiserthron, erwarb 1887 Schloss Konopiště (Konopischt) im mittelböhmischen Benešov (Beneschau).
"Ježíšmarjá," vykřikl Švejk, "to je dobrý. A kde se mu to, panu arcivévodovi, stalo?" „Jesus Maria“, schrie Schwejk auf, „das ist gut. Und wo ist ihm das, dem Herrn Erzherzog, zugestoßen?“
"Práskli ho v Sarajevu, milostpane, z revolveru, vědí. Jel tam s tou svou arcikněžnou v automobilu:" „Abgeknallt haben sie ihn in Sarajevo, gnädiger Herr, aus einem Revolver, soviel man weiß. Er fuhr dort mit seiner Erzfürstin im Automobil.“
Erzfürstin: Sophie Chotek von Chotkowa (1868-1914), Frau des Erzherzogs. Sie stammte aus altem böhmischen Adel, ihr Tod war wohl ein Kollateralschaden des Attentats.
"Tak se podívejme, paní Müllerová, v automobilu. Jó, takovej pán si to může dovolit, a ani si nepomyslí, jak taková jízda automobilem může nešťastně skončit. A v Sarajevu k tomu, to je v Bosně, paní Müllerová. To udělali asi Turci. My holt jsme jim tu Bosnu a Hercegovinu neměli brát. Tak vida, paní Müllerová. On je tedy pan arcivévoda už na pravdě boží. Trápil se dlouho?" „Schau sich das einer also an, Frau Müller, im Automobil. Ja, so ein Herr kann sich das erlauben und denkt nicht einmal daran, wie so eine Fahrt mit dem Automobil unglücklich enden kann. Und in Sarajevo dazu, das ist in Bosnien, Frau Müller. Das haben vermutlich Türken gemacht. Wir hätten ihnen halt dieses Bosnien und Herzegowina nicht nehmen sollen. Also sieh mal an, Frau Müller. Er ist also, der Herr Erzherzog, schon in der Wahrheit Gottes. Hat er sich lange gequält?“
"Pan arcivévoda byl hned hotovej, milostpane. To vědí, že s revolverem nejsou žádný hračky. Nedávno taky si hrál jeden pán u nás v Nuslích s revolverem a postřílel celou rodinu i domovníka, kterej se šel podívat, kdo to tam střílí ve třetím poschodí:" „Der Herr Erzherzog war gleich fertig, gnädiger Herr. Das weiß man ja, dass mit einem Revolver keine Spielzeuge sind. Vor kurzem hat sich auch ein Herr bei uns in Nusle mit einem Revolver gespielt und hat die ganze Familie niedergeschossen und den Hausmeister, der nachschauen gegangen ist, wer da im dritten Stock schießt.“
Nusle: heute Stadtteil von Prag, 1920 eingemeindet.
"Někerej revolver, paní Müllerová, vám nedá ránu, kdybyste se zbláznili. Takovejch systémů je moc. Ale na pana arcivévodu si koupili jistě něco lepšího, a taky bych se chtěl vsadit, paní Müllerová, že ten člověk, co mu to udělal, se na to pěkně voblík. To vědí, střílet pana arcivévodu, to je moc těžká práce. To není, jako když pytlák střílí hajnýho. Tady jde vo to, jak se k němu dostat, na takovýho pána nesmíte jít v nějakých hadrech. To musíte jít v cylindru, aby vás nesebral dřív policajt." „Mancher Revolver, Frau Müller, gibt Ihnen keinen Schuss, wenn sie verrückt werden. Solche Systeme gibt es viel. Aber für den Herrn Erzherzog haben sie sich bestimmt etwas Besseres gekauft, und ich möchte auch wetten, Frau Müller, dass dieser Mensch, was ihm das angetan hat, sich dafür schön angezogen hat. Das weiß man ja, auf einen Herrn Erzherzog schießen, das ist sehr schwere Arbeit. Das ist nicht, wie wenn ein Wilderer auf einen Förster schießt. Da geht es darum, wie er zu ihm gelangt, zu einem solchen Herrn dürfen sie nicht in irgendwelchen Lumpen gehen. Das müssen sie im Zylinder gehen, damit sie nicht ein Polizist vorher festnimmt.“
"Vono prej jich bylo víc, milostpane:" „Es waren angeblich mehr von ihnen, gnädiger Herr.“
Nach dem Wikipedia-Art. Attentat von Sarajevo waren es 7 Attentäter, die an verschiedenen Stellen der Stadt auf einen möglichen Einsatz warteten.
Švejk před soudními lékaři Kap. 3: Schwejk vor den Gerichtsärzten
Komise soudních lékařů, která měla rozhodovat, zdali duševní obzor Švejkův odpovídá či neodpovídá všem těm zločinům, pro které jest žalován, sestávala z tří neobyčejně vážných pánů s názory, z nichž názor každého jednotlivce lišil se znamenité od názoru jakéhokoliv druhých dvou. Die Kommission von Gerichtsärzten, die entscheiden sollte, ob der geistige Horizont Schwejks mit all den Verbrechen, wegen denen er angeklagt war, übereinstimmt oder nicht, bestand aus drei ungewöhnlich ernsten Herren mit Ansichten, von denen die Ansicht eines jeden einzelnen sich bedeutend von der Ansicht jedes beliebigen der anderen zwei unterschied.
Byly tu zastoupeny tři různé vědecké školy a názory psychiatrů. Hier waren drei verschiedene wissenschaftliche Schulen und Ansichten von Psychiatern vertreten.
Jestli v případě Švejkové došlo k úplné shodě mezi těmi protivopoložnými vědeckými tábory, dá se to vysvětliti čisté jediné tím ohromujícím dojmem, který na celou komisi učinil Švejk, když vstoupiv v síň, kde měl být prozkoumán jeho duševní stav, vykřikl, zpozorovav na stěně visící obraz rakouského mocnáře: "Ať žije, pánové, císař František Josef I.!" Wenn man im Fall Schwejks zu völliger Übereinstimmung zwischen diesen entgegengesetzten(?)) wissenschaftlichen Lagern gelangte, lässt sich das erklären einzig durch diesen erschütternden Eindruck, den Schwejk auf die ganze Kommission gemacht hatte, als er, nachdem er in den Saal hereingekommen war, wo sein Geisteszustand untersucht werden sollte, ausrief, als er ein an der Wand hängendes Bild des österreichischen Herrschers erblickt hatte: „Es lebe, (meine) Herren, Kaiser Franz Josef I.!“
Věc byla úplně jasnou. Spontánním projevem Švejkovým odpadla celá řada otázek a zůstaly jen některé nejdůležitější, aby z odpovědí potvrzeno bylo prvé mínění o Švejkovi na základě systému doktora psychiatrie Kallersona, doktora Heverocha i Angličana Weikinga. Die Sache war völlig klar. Durch die spontane Äußerung Schwejks fiel eine ganze Reihe von Fragen weg und es blieben nur einige der wichtigsten übrig, damit aus den Antworten die erste Ansicht über Schwejk auf der Grundlage des Systems des Doktors der Psychiatrie Kallerson, des Doktor Heveroch und des Engländers Weiking bestätigt wird.
Antonín Heveroch (1869-1927), Psychiater und Neurologe in Prag; über die beiden anderen war nichts zu finden, möglicherweise sind sie erfunden.
"Jest rádium těžší než olovo?" „Ist Radium schwerer als Blei?“
"Já ho prosím nevážil," se svým milým úsměvem odpověděl Švejk. Ich habe es, bitte, nicht gewogen“, antwortete Schwejk mit seinem liebenswürdigen Lächeln.
Die richtige Antwort ist: nein. Die Dichte von Blei beträgt 11,342 g/cm3, die von Radium: 5,5 g/cm3. Ich hätte falsch geraten.
"Věříte v konec světa?" „Glauben Sie an das Ende der Welt?“
"Napřed bych ten konec světa musel vidět," ledabyle odvětil Švejk, "rozhodně se ho ale zejtra ještě nedočkám:" „Zuerst müsste ich dieses Ende der Welt sehen“, entgegnete Schwejk nachlässig, „Aber bestimmt erlebe ich es morgen noch nicht.“
"Dovedl byste vypočítat průměr zeměkoule?" "To bych prosím nedovedl," odpověděl Švejk, "ale sám bych vám, pánové, dal také jednu hádanku: Je tříposchoďovej dům, v tom domě je v každém poschodí 8 oken. Na střeše jsou dva vikýře a dva komíny. V každém poschodí jsou dva nájemníci. A teď mně řekněte, pánové, v kerým roce zemřela domovníkovi jeho babička?" „Wären Sie imstande, den Durchmesser der Erdkugel zu berechnen?“ „Dazu wäre ich, bitte, nicht imstande“, antwortete Schwejk, „aber ich würde Ihnen selber, (meine) Herren, auch ein Rätsel geben: Es gibt ein dreistöckiges Haus, in diesem Haus gibt es in jedem Stockwerk acht Fenster. Auf dem Dach sind zwei Dachfenster und zwei Schornsteine. In jedem Stockwerk sind zwei Mieter. Und jetzt sagen Sie mir, (meine) Herren, in welchem Jahr ist dem Hausmeister seine Großmutter gestorben?“
Der Erddurchmesser beträgt nicht ganz 12714 km von Pol zu Pol, etwas über 12756 km am Äquator.
Soudní lékaři podívali se významně na sebe, nicméně jeden z nich dal ještě tuto otázku: "Neznáte nejvyšší hloubku v Tichém oceáně?" "To prosím neznám," zněla odpověď, "ale myslím, že rozhodně bude větší než pod vyšehradskou skálou na Vltavě:" Die Gerichtsärzte schauten einander vielsagend an, nichtsdestoweniger stellte einer von ihnen noch diese Frage: „Sie kennen nicht die größte (eigtl. höchste) Tiefe im Stillen Ozean?“ „Die kenne ich, bitte, nicht“, lautete die Antwort, „aber ich denke, dass sie bestimmt größer sein wird als unter dem Vyšehrader Felsen in der Moldau.“
Vyšehrad „Hochburg“ ist eine Prager Festung am rechten Moldauufer, bekannt vor allem wegen des Vyšehrader Friedhofs, auf dem Größen wie Antonín Dvořák, Bedřich Smetana, Božena Němcová und Karel Čapek bestattet sind.
Předseda komise se stručně otázal: "Stačí?", ale přece si ještě jeden z členů vyžádal tuto otázku: "Kolik je 12 897 krát 13 863?" Der Vorsitzende der Kommission fragte knapp: „Genügt (es)?“, doch einer von den Mitgliedern erbat noch diese Frage: „Wieviel ist 12897 mal 13863?“
"729," odpověděl Švejk nemrkaje. „729“, antwortete Schwejk ohne Wimpernzucken.
"Myslím, že to úplně postačí," řekl předseda komise, "můžete toho obžalovaného zas odvést na staré místo:" „Ich denke, dass das völlig ausreicht“, sagte der Vorsitzende der Kommission, „Sie können diesen Angeklagten wieder abführen zu seinem alten Ort.“
"Děkuji vám, pánové," uctivě se ozval Švejk, "mně to také úplně stačí:" „Ich danke ihnen, (meine) Herren“, ließ sich Schwejk respektvoll vernehmen, „mir genügt das auch völlig.“
Po jeho odchodu kolegie tří se shodla, že je Švejk notorický blb a idiot podle všech přírodních zákonů vynalezených psychiatrickými vědátory. Nach seinem Abgang kam das Kollegium der drei überein, dass Schwejk ein notorischer Dummkopf und Idiot nach allen von den psychiatrischen Forschern erfundenen Naturgesetzen ist.
Man möchte glauben, dass Hašek hier satirisch überzeichnet. Aber eine Bekannte, die nach dreimaligem Durchfallen bei der Führerscheinprüfung zum Psychotest musste, hat mir erzählt, dass sie dort so tiefschürfende Fragen gestellt bekam wie: In welche Richtung fließt die Salzach? oder: Woraus wird Whisky hergestellt?

Quelle: Wikisource Kap. 1, Wikisource Kap. 3.

Die bekanntesten Verfilmungen des Schwejkstoffes sind die tschech. mit Rudolf Hrušínský (2 Teile: Dobrý voják Švejk „Der brave Soldat Schwejk“ 1956, Poslušně hlásím „Melde gehorsamst“ 1957), die dt. mit Heinz Rühmann (Der brave Soldat Schwejk 1960), die mit Fritz Muliar (Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk, 13teilige Fernsehserie 1972-76). Der Version mit Rühmann (der nur bedingt in die Rolle passte) gelingt es am wenigsten, den satirischen, antimilitarist. Charakter des Werkes zu transportieren. Die Komödie Schwejks Flegeljahre (1963/4) mit Peter Alexander hat mit Hašeks Roman nur wenig zu tun.

In den Jahren der kommunist. Dikatatur eignete sich Schwejk durchaus noch als Identifikationsfigur. Heutige junge Tschechen lassen sich wohl kaum gern mit ihm in Verbindung bringen. Gültig bleibt aber die satir. Darstellung der byzantin. Bürokratie des ausgehenden Habsburgerreichs sowie der Unfähigkeit und Menschenverachtung vieler Vertreter von Militär und Justiz: "Taková blbá monarchie nemá ani na světě bejt" - „Solch eine blöde Monarchie soll es gar nicht auf der Welt geben.“ (Schwejk T.1, Kap.15)

Bohumil Hrabal (1914-1997) schrieb Romane, von denen einige von Jiří Menzel verfilmt wurden, z.B. Ostře sledované vlaky „Scharf überwachte Züge“ 1964 (Film 1966, dt. Filmtitel Liebe nach Fahrplan, Oskar für den besten ausländ. Film), Postřižiny „(erster, ritueller) Haarschnitt“ 1976 (dt. Buchtitel Die Schur, Film 1981), Skřivánek na niti „Lerche am Faden“ 1959 (Filmtitel Skřivánci na niti 1990), Obsluhoval jsem anglického krále „Ich habe den englischen König bedient“ 1980 (Film 2006).

Pavel Kohout (*1928), Journalist und Theaterregisseur, einer der Wortführer des Prager Frühlings, schrieb auch Stücke fürs Theater und Romane, z.B. Kde je zakopán pes „Wo der Hund begraben liegt“, 1997. 1979 ausgebürgert ist er seit 1980 Österreicher.

Milan Kundera (*1929), Dozent an der Filmhochschule, erhielt 1975 einen Ruf als Dozent nach Frankreich und verließ die Tschechoslowakei. Seit 1993 schreibt er nur noch auf Franz. Sein bekanntestes Werk ist „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ (Franz. Erstausgabe: L'insoutenable légèreté de l'être, 1984; tschech. Nesnesitelná lehkost bytí, 1985).

Václav Havel (1936-2011), Regimekritiker und nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaft langjähriger Präsident Tschechiens, schrieb vor allem Theaterstücke.

Jaroslav Seifert

Jaroslav Seifert (1901-1986), Dichter, Journalist und Übersetzer, erhielt 1984 als bislang einziger Tscheche den Literaturnobelpreis. In den 20iger und 30iger Jahren tonangebend in der damals maßgeblichen Richtung des Poetismus; nach dem Krieg von den kommunist. Machthabern zunächst zwar nicht mehr als Journalist, aber als unbequemer Dichter noch geduldet; ab den 70er Jahren behindert und in den Untergrund verbannt; sein Nobelpreis, den er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst in Empfang nehmen konnte, praktisch totgeschwiegen. Seine späte Lyrik – nur die kenne ich – ist geprägt von Melancholie, ja Resignation, nicht nur angesichts der politischen Situation, sondern auch seines Alters.

Celý život hledal jsem ráj, Das ganze Leben (lang) habe ich das Paradies gesucht,
který tu kdysi býval, das einst da war,
a jeho stopy jsem nalezl und habe seine Spuren gefunden
jen na ústech ženy nur auf dem Mund einer Frau
a na oblosti její pleti, und auf der Rundung ihrer Haut,
která je vlahá láskou. die warm ist durch die Liebe.
 
Celý život jsem toužil po svobodě. Das ganze Leben (lang) habe ich mich nach Freiheit gesehnt.
Konečně jsem objevil dvéře, Schließlich habe ich die Tür entdeckt,
jimiž je možno k ní vejít. durch die es möglich ist, zu ihr einzutreten.
Je to smrt! Es ist der Tod!

aus: Deštník z Piccadilly (Der Regenschirm von der Piccadilly)

Klassische Musik

Das Wort für die Musik ist in vielen Sprachen der Welt wie im Dt. abgeleitet vom griech. mousikḗ (téchnē) „Musenkunst“ (die Musen sind griech. Göttinnen der Künste). In einigen slaw. Sprachen allerdings werden andere Wörter verwendet. So z.B. kroat. glazba oder tschech. hudba. Letzteres findet sich nicht in Derksens Etymological Dictionary, viell. ein Hinweis darauf, dass es ein junges Wort ist. Vermutl. ist es abgeleitet vom aks. gǫsti, 1.Sg. gǫdǫ „ein Instrument spielen“, davon tschech. housti, 1.Sg. hudu „Geige spielen“ (veraltet, nicht im Langenscheidt), vgl. housle f.Pl. „Geige“, kroat. gusle „Gusla“ (einsaitiges Streichinstrument auf dem Balkan). Ein tschech. Sprichwort sagt: Nouze naučila Dalibora housti „Not lehrte Dalibor Geige zu spielen“, d.h. Not macht erfinderisch, Not lehrt beten (s. Wikipedia-Art. Dalibor von Kozojedy).

Die bekanntesten Vertreter der tschech. Musik sind die Böhmen Smetana und Dvořák, sowie der Mähre Janáček. Die beiden ersteren gehören zur Romantik, letzterer steht schon mit mehr als einem Bein in der Moderne.

Friedrich (Bedřich) Smetana (1824-1884) sprach als Kind Deutsch und entwickelte erst als Erwachsener ein tschech. Nationalbewußtsein, lernte Tschech., nannte sich Bedřich und wirkte für die tschech. Nationalbewegung. Er schrieb u.a. Opern (Prodaná nevěsta „Die verkaufte Braut“, Libuše, dt. Libusa) und sinfonische Werke (Zyklus Má vlast „Mein Vaterland“, darin Vltava „Die Moldau“).

Die beiden Sprecher, die Smetanas Namen auf Wikipedia aussprechen, betonen hörbar (und im Schallwellendiagramm sichtbar) auf der zweiten Silbe. Tschech. smetana heißt „Sahne, Obers“.

Antonín Dvořák (1841-1904) schrieb u.a. Opern (Rusalka) und sinfonische Werke (Sinfonie Nr. 9 Z Nového světa „Aus der Neuen Welt“). Das Lied an den Mond, das die unglücklich in einen Sterblichen verliebte Nixe (rusalka) singt, s. Texte.

Leoš Janáček (1854-1928) ist uns vor allem als Opernkomponist (Věc Makropulos „Die Sache Makropulos“) bekannt.

Die Tschechen nehmen öfter auch Gustav Mahler (1860-1911) für sich in Anspruch, da er im böhm. Kaliště (Kalischt) geboren und im mähr. Jihlava (Iglau) aufgewachsen ist. Doch weist in seinem Werk nichts auf seine tschech. Heimat.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema bietet die Seite Geschichte der tschechischen Musik von Radio Praha.

Jaroslav Kvapil, Rusalka

Jaroslav Kvapil (1868-1950) war Dichter und Dramaturg. Von seinen eigenen Texten ist am bekanntesten das Libretto zum Antonín Dvořáks Oper Rusalka. Das Wort rusalka „Wassernymphe, Nixe“ hängt zusammen mit dem slaw. Fest rusalija, einem heidn. Frühlingsfest, das vermutl. auf die lat. Rosalia (auch dies rosae), einem Rosenfest im Totenkult, zurückgeht und in christl. Zeit in die Pfingstfestivitäten übergeführt wurde. Das Lied an den Mond, das die unglücklich in einen Sterblichen verliebte Nixe singt, hat folgenden Text:

Měsíčku na nebi hlubokém, Lieber Mond am tiefen Himmel,
světlo tvé daleko vidí, dein Licht sieht weit,
|: po světě bloudíš širokém, du streifst durch die weite Welt,
díváš se v příbytky lidí. :| du schaust in die Behausungen der Leute
|: Měsíčku, postůj chvíli, Lieber Mond, bleib einen Augenblick stehen,
řekni mi, (řekni,) kde je můj milý. :| sag mir, (sag,) wo mein Liebster ist.
Řekni mu, stříbrný měsíčku, Sag ihm, lieber Silbermond,
že jej objímá rámě, dass meine Schulter ihn umarmt,
|: aby si alespoň chviličku, damit er zumindest ein Weilchen,
vzpomenul ve snění na mne. :| im Traum an mich denkt.
|: Zasviť mu do daleka, zasviť mu, Leuchte ihm in die Ferne, leuchte ihm
řekni mu, řekni, kdo tu naň čeká! :| sag ihm, sag, wer hier auf ihn wartet!
O mně-li duše lidská sní, Wenn von mir die menschliche Seele träumt,
ať se tou vzpomínkou vzbudí! soll er durch diese Erinnerung aufwachen!
Měsíčku, nezhasni! Nezhasni! Lieber Mond, erlisch nicht! Erlisch nicht!

Tschech. Text von antonin-dvorak.cz (das auch eine gute engl. Übers. bietet). An drei Stellen habe ich allerdings die Orthographie angepasst: na mne statt na mě (oder hat der Librettodichter Kvapil hier den Lok. mně gemeint?), zasviť statt zasvěť, nezhasni statt nezasni. Naň für na něj ist altertümlich, aber unmissverständlich.

Zur Interpretation sind vor allem Sängerinnen tschechoslowakischer Herkunft prädestiniert, wie die Tschechin Milada Šubrtová (Youtube-Clip) (1924-2011) oder die Slowakinnen Lucia Popp (Youtube-Clip) (eigtl. Poppová, 1939-1993), Gabriela Beňačková (Youtube-Clip) (geb. 1947), Patrícia Janečková (Youtube-Clip) (geb. 1998, slowakische Eltern, lebt in Tschechien).

Nationalhymne

Das Lied stammt aus einem Theaterstück von Josef Kajetán Tyl, das 1834 in Prag uraufgeführt wurde, und avancierte schnell zur heimlichen Nationalhymne der Tschechen. Bei der Gründung der Tschechoslowakei wurde die erste Strophe dieses Liedes, gefolgt von der slowak. Hymne Nad Tatrou sa blýska, zur Nationalhymne. Nach der Teilung 1993 wurde der tschech. Teil zur neuen Nationalhymne. (Der Textautor Tyl war einer der bedeutendsten tschech. Theaterdichter der Zeit der Nationalen Wiedergeburt. Die Musik stammt von dem Dirigenten und Komponisten František Škroup.)

Im folgenden sind beide Strophen des Liedes wiedergegeben. Die Nationalhymne besteht nur aus der ersten Strophe.

Kde domov můj, Wo ist meine Heimat,
kde domov můj? wo ist meine Heimat?
Voda hučí po lučinách, Das Wasser rauscht auf den Wiesen,
bory šumí po skalinách, die Kiefernwälder rauschen auf den Felsen,
v sadě skví se jara květ, im Garten leuchtet die Blüte des Frühlings,
zemský ráj to na pohled! das ist ein irdisches Paradies für den Blick!
A to je ta krásná země, Und das ist dieses schöne Land,
země česká, domov můj, das tschechische Land, meine Heimat,
země česká, domov můj! das tschechische Land, meine Heimat!
 
Kde domov můj, Wo ist meine Heimat,
kde domov můj? wo ist meine Heimat?
V kraji znáš-li bohumilém, Falls du in dem gottwohlgefälligen Landstrich kennst
duše útlé[1] v těle čilém, zarte Seelen in regem Körper,
mysl jasnou, vznik a zdar, klaren Sinn, Ursprung und Gedeihen,
a tu sílu vzdoru zmar, und diese Stärke des Trotzes gegenüber dem Verderben,
to je Čechů slavné plémě, das ist das berühmte Volk der Tschechen,
mezi Čechy domov můj! unter Tschechen ist meine Heimat,
mezi Čechy domov můj! unter Tschechen ist meine Heimat!

[1] Škroup schrieb noch outlé unter seine Noten, im dt. Wikipedia-Art. steht tiché duše „ruhige Seelen“, woher immer diese Version kommt.

Quelle: engl. Wikipedia-Art. Kde domov můj?.

Das Sympathische an der tschech. Nationalhymne ist, dass sie nicht von „Freiheit oder Tod“ singt wie etwa die martialischen Hymnen Italiens („lasst uns die Reihen schließen, wir sind bereit zum Tod“), oder Griechenlands („ich erkenne dich an der schrecklichen Schneide des Schwertes“), oder sich gar auf den Auftrag des Schicksals beruft wie die österr. Bundeshymne („hast seit frühen Ahnentagen hoher Sendung Last getragen“), sondern nur die Schönheit des Landes rühmt.

Populäre Musik

Karel Gott (geb. 1939 in Pilsen) ist ein äußerst erfolgreicher Schlagersänger. Interessanterweise hat er 1968 beim Eurovision Song Contest (Youtube-Clip) Österreich vertreten (Platz 13 von 17). Am bekanntesten wurde er meiner Generation (die ja weniger Schlager als vielmehr Popmusik hörte) durch das Titellied im Vorspann der ab 1976 vom ZDF ausgestrahlten Zeichentrickserie Biene Maja (Youtube-Clip). Manche seiner Landsleute werfen Gott allerdings vor, sich den kommunistischen Machthabern allzu eilfertig angedient zu haben. Und Gott reagiert offenbar sehr dünnhäutig, wenn er auf dieses Thema angesprochen wird (s. z.B. Stinkefinger gezeigt: Karel Gott: Zwei Seelen in der Brust im Tagesspiegel).

Karel Gott, Korunou si hodím

Korunou si hodím (Youtube-Clip) „Ich werfe eine Münze“ singt Karel Gott (zwei Jahre nach der Niederschlagung des Prager Frühlings) mit brachialer Fröhlichkeit eine tschech. Coverversion (Text Jiří Štaidl) des CCR-Hits Down on the Corner von 1969. Gott war eben ein Entertainer, kein Dissident.

Korunou si hodím, až se budeš ptát, Ich werfe eine Münze1), bis du fragen wirst,
zda tě za nos vodím, či zda tě mám rád. ob ich dich an der Nase herumführe oder ob ich dich gern habe.
Připadáš mi cizí jako šedý dav. Du scheinst mir fremd wie eine graue Masse.
Dám ti radu ryzí: mě se honem, honem zbav. Ich werde dir einen lauteren Rat geben: werde mich rasch, rasch los.
 
Já smůlu nosím, uteč honem spát, Ich bringe Unglück, lauf rasch weg schlafen,
už tě popáté prosím, než tě začnu milovat. schon zum fünften Mal bitte ich dich, bevor ich anfange dich zu lieben.
 
Korunou si hodím, až mě budeš chtít Ich werfe eine Münze1), bis du mich
unést někam lodí a jen se mnou, se mnou být. irgendwohin mit einem Schiff entführen willst2) und nur mit mir, mit mir (zusammen)sein.
Dávno lidem nevěřím, v kapse mívám nůž. Längst glaube ich den Leuten nicht, in der Tasche habe ich immer ein Messer.
Nejraděj se hašteřím a tak věř mi už. Am liebsten zanke ich mich und so glaube mir schon.
 
Koruna mi radí, abych zůstal sám. Die Münze3) rät mir, alleine zu bleiben.
Jestli ti to vadí, tak ti dobrou radu dám: Wenn dich das stört, so werde ich dir einen guten Rat geben:
kup si láhev vína nebo radši jed. kauf dir eine Flasche Wein oder lieber Gift.
Se mnou není psina, se mnou není žádný med. Mir mir ist kein Spaß, mit mir ist kein Honigschlecken.

1) wörtl.: ich werfe mir mit einer Krone
2) wörtl.: bis du ... wollen wirst
3) wörtl.: Krone
Die diversen Seiten im Netz, die den Text darbieten, schreiben ihn so, wie Gott singt: šedej, žádnej (ý als [ɛj] gesprochen), popátý (é als [iː] gesprochen). Ich schreibe so, wie die Grammatik es verlangt.

Jaromír Nohavica (geb. 1953) ist ein Liedermacher. Er hat lange Zeit Lieder für andere Interpreten geschrieben, ehe er selbst auf die Bühne trat. Einige seiner Lieder zeichnen sich durch viel und schnell gesungenen Text aus, z.B. Mikymauz (Youtube-Clip) mit Karel Plihal an der Gitarre) oder Zatanči (Youtube-Clip). Langsamere Lieder sind z.B. Dokud se zpívá (Youtube-Clip) „Solange man singt“, Starý muž (Youtube-Clip) „Alter Mann“.

Die Schauspielerin, Pop- und Musicalsängerin Hana Zaňáková (geb. 1966) tritt unter dem Künstlernamen Lucie Bílá („L. Weiß“) auf. Sie verfügt stimmlich über ein beachtliches Repertoire, aber in ihren Popsongs neigt sie zum „Röhren“, was eher grausig klingt, z.B. in Láska je láska (Youtube-Clip) „Liebe ist Liebe“, Aquarius (Youtube-Clip) aus dem Musical Hair, Hallelujah (Youtube-Clip), eine Coverversion des gleichnamigen Liedes von Leonard Cohen. Wesentlich besser klingt sie in ihren ruhigen Liedern, z.B. Miluji tě (Youtube-Clip) „Ich liebe dich“, Hvězdy jako hvězdy (Youtube-Clip) „Sterne wie Sterne“ (eine Coverversion von Dream a little dream of me) oder Most přes minulost (Youtube-Clip) „Brücke über die Vergangenheit“ (leider habe ich nicht herausgefunden, wer der Textdichter ist).

Lucie Bílá, Most přes minulost

Neber mi sen, víš Nimm mir nicht den Traum, du weißt
můj sen o probdělých nocích. meinen Traum über durchwachte Nächte.
Neber mi sen Nimm mir nicht den Traum,
a vrať mi zpátky ten pocit. und gib mir dieses Gefühl zurück,
že nejsem osamělá dass ich nicht einsam bin,
v tobě se ztrácím celá. ich mich ganz in dir verliere.
 
Lhát, musím ti lhát příteli můj Lügen, ich muss dich belügen, mein Freund,
já svůj osud znám, mě nelituj ich kenne mein Schicksal, bedauere mich nicht.
Když pravda je horší než lež, Wenn die Wahrheit schlimmer ist als die Lüge,
pak už jen snům věřit chceš, dann willst du schon nur an Träume glauben,
když vstoupíš na poslední wenn du betrittst die letzte
most přes minulost. Brücke über die Vergangenheit.
 
Zbyl mi jen sen, víš Übriggeblieben ist mir nur ein Traum, du weißt
můj sen o probdělých nocích. mein Traum über durchwachte Nächte.
Zbyl mi jen sen Übriggeblieben ist mir nur ein Traum,
aspoň ve snu zažít ten pocit, wenigstens im Traum dieses Gefühl zu erleben,
že nejsem osamělá, dass ich nicht einsam bin,
v tobě se ztrácím celá. ich mich ganz in dir verliere.
 
Lhát, musím ti lhát příteli můj, Lügen, ich muss dich belügen, mein Freund,
já svůj osud znám mě nelituj. ich kenne mein Schicksal, bedauere mich nicht.
Proč nesmím proč nesmím se ptát. Warum darf ich nicht, warum darf ich nicht fragen?
Ještě stoupám, nebo už je to pád? Steige ich noch oder ist das schon der Absturz?
Proč čeká mě podivný Warum wartet auf mich die seltsame
most přes minulost. Brücke über die Vergangenheit?
 
Proč nesmím, proč nesmím se ptát. Warum darf ich nicht, warum darf ich nicht fragen?
Ještě stoupám nebo už je to pád? Steige ich noch oder ist das schon der Absturz?
Proč čeká mě podivný Warum wartet auf mich die seltsame
most přes minulost. Brücke über die Vergangenheit?

Tschech. Text vonKaraokeTexty.cz, eine engl. Übersetzung bietetLyricsTranslate.com.


Autor: Michael Neuhold (E-Mail-Kontakt)
Letzte Aktualisierung: 22. Mai 2016