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Substantiva der 3. oder Konsonantischen Deklination


In dieser Deklination treffen wir folgende sprachliche Erscheinungen:

  1. quantitativer Ablaut (Stammabstufung):
  2. qualitativer Ablaut: Wechsel von ε und ο
  3. silbenbildende Liquiden (liquida sonans): interkonsonantisches ρ wird zu ρα, ν wird zu α.
  4. Quantitätenvertauschung (metathesis quantitatum): ηο wird zu εω
  5. Vokalkürzung vor Vokal: ηω wird zu εω

Stämme auf ι/υ

Stamm ἰχθυ Fisch
Nom.Sg. ἰχθῦ-ς
Gen. ἰχθύ-ος
Dat. ἰχθύ-ι
Akk. ἰχθῦ-ν, ἰχθύ-α
Nom.Pl. ἰχθύ-ες
Gen. ἰχθύ-ων
Dat. ἰχθύ-σι(ν), ἰχθύ-εσσι(ν)
Akk. ἰχθῦ-ς, ἰχθύ-ας

Die ursprl. Endung des Akk.Pl. lautet -νς, hier ist das ν unter Ersatzdehung geschwunden, bei den meisten anderen Stämmen ist die Endung zu -ας geworden.

Der Nom.Sg. ist mit gebildet. Die ursprl. Endung des Akk.Sg. ist , sie ist hier noch erhalten, bei den meisten anderen Stämmen ist sie zu geworden.

Die Dat.-Pl.-Endung -εσσι(ν) stammt von den Sigmastämmen, von wo sie bei Homer auf alle anderen Konsonantenstämme übertragen wurde.

Liquidastämme (λ/ρ)

  ein/zwei Ablautstufen drei Ablautstufen
Stamm ῥητορ Redner πατερ Vater
Nom.Sg. ῥήτωρ πατήρ
Gen. ῥήτορ-ος πατρ-ός
Dat. ῥήτορ-ι πατρ-ί
Akk. ῥήτορ-ᾰ πατέρ-ᾰ
Vok. ῥῆτορ πάτερ
Nom.Pl. ῥήτορ-ες πατέρ-ες
Gen. ῥητόρ-ων πατέρ-ων
Dat. ῥήτορ-σι(ν) πατρά-σι(ν)
Akk. ῥήτορ-ᾰς πατέρ-ᾰς

Die ursprl. Endung des Akk. Sg. ist , des Akk. Pl. -νς. Doch ist -ρν zu -ρᾰ geworden, -ρνς zu -ρᾰς. Dies gilt auch für die übrigen Konsonantenstämme.

Die Stämme auf ρ bilden den Nom.Sg. endungslos von der Dehnstufe. Die casus obliqui werden bei einigen Wörtern ebenfalls von der Dehnstufe gebildet (σωτρ, σωτρ-ος), bei anderen von der Vollstufe (ῥήτωρ, ῥήτορ-ος). Im Vok. erscheint meistens der ungedehnte Stamm unter Akzentzurückziehung (σῶτερ).

Die Wörter πατήρ, μήτηρ, θυγάτηρ, γαστήρ bilden Gen./Dat.Sg. und Dat.Pl. von der Schwundstufe (-τρσιν > -τρασιν), die übrigen casus obliqui von der Vollstufe. Homer bildet die Formen auch von anderen Ablautstufen: πατέρ-ι, πατρ-ῶν usw.

ἀνήρ bildet nur den Vok. von der Vollstufe (ἄνερ), die übrigen Kasus von der Schwundstufe (in die zur Ausspracherleichterung ein δ eingeschoben ist: ἀνδρ-ός, ἀνδρ-ί usw., Dat.Pl. ἀνδρά-σιν). Homer bildet die casus obliqui auch von der Vollstufe: ανέρ-ος, ανέρ-ι, Dat.Pl. auch ἄνδρ-εσσιν.

ἅλ-ς, ἁλ-ός ist der einzige Stamm auf λ, der Nom.Sg. ist mit gebildet.

πῦρ, πυρ-ός (Pl. allerdings nach der o-Deklination) und ἔαρ, ἔαρ-ος sind die beiden Neutra der Liquidastämme. Der Akk. ist wie bei allen Neutra gleich dem Nom.

Nasalstämme (ν)

Stamm δαιμον Gottheit
Nom.Sg. δαίμων
Gen. δαίμον-ος
Dat. δαίμον-ι
Akk. δαίμον-α
Vok. δαῖμον
Nom.Pl. δαίμον-ες
Gen. δαιμόν-ων
Dat. δαίμο_-σι(ν)
Akk. δαίμον-ας

Die Nasalstämme deklinieren ganz ähnlich wie die Liquidastämme. Der Nom.Sg. ist die endungslose Dehnstufe (Ausnahmen: δελφίς, -ῖνος und Σαλαμίς, -ῖνος mit ). Die casus obliqui sind von der Dehnstufe (ἀγν, ἀγνος) oder von der Vollstufe (δαίμων, δαίμον-ος) gebildet.

Im Dat.Pl. entfällt das ν ohne Dehnung. Der Vok.Sg. endbetonter Wörter ist gleich dem Nom.Sg. (ποιμν, ποιμν-ος - ποιμν), ansonsten gleich dem Stamm der casus obliqui mit Akzentzurückziehung ( Ἀγαμέμνων, Ἀγαμέμνον-ος - Ἀγάμεμνον; Ἕλλην, Ἕλλην-ος - Ἕλλην).

κύων bildet den Vok.Sg. von der Vollstufe (κύον), die übrigen Fälle von der Schwundstufe (κυν-ός, κυν-ί usw.).

Ἀπόλλων und Ποσειδῶν bilden neben den regelmäßigen Akk. Ἀπόλλωνα bzw. Ποσειδῶνα auch die Formen Ἀπόλλω bzw. Ποσειδῶ.

Mutastämme (Guttural-, Labial-, Dentalstämme)

Guttural Labial Dental
endbetont nicht endbet. Neutra
Stamm φυλακ Wächter φλεβ Ader ἐλπιδ Hoffnung χαριτ Gnade γραμματ Buchstabe
Nom.Sg. φύλαξ φλέψ ἐλπίς χάρις γράμμα_
Gen. φύλακ-ος φλεβ-ός ἐλπίδ-ος χάριτ-ος γράμματ-ος
Dat. φύλακ-ι φλεβ-ί ἐλπίδ-ι χάριτ-ι γράμματ-ι
Akk. φύλακ-α φλέβ-α ἐλπίδ-α χάριν, χάριτ-α γράμμα_
Nom.Pl. φύλακ-ες φλέβ-ες ἐλπίδ-ες χάριτ-ες γράμματ-α
Gen. φυλάκων φλεβ-ών ἐλπίδ-ων χαρίτ-ων γραμμάτ-ων
Dat. φύλαξι(ν) φλεψί(ν) ἐλπίσι(ν) χάρισι(ν) γράμμασι(ν)
Akk. φύλακας φλέβ-ας ἐλπίδ-ας χάριτ-ας γράμματ-α

Der Nom.Sg. der Mask. und Fem. ist sigmatisch gebildet; bei den Neutra ist er der reine Stamm unter Ausfall des auslautenden Konsonanten (nach der Nereusregel: konsonant. Auslaut nur auf ν, ρ, ς möglich).

Im Nom.Sg. und Dat.Pl. werden:

Nicht endbetonte Dentalstämme auf -ις und -υς bilden den Akk.Sg. meist auf -ιν bzw. -υν (nach dem Muster von πόλις - πόλιν).

Einen abweichenden Nominativ haben u.a.:

Stämme auf ντ

Nom.Sg. sigmatisch Nom.Sg. asigmatisch
ὀδοντ Zahn ἀρχοντ Herrscher
Nom.Sg. ὀδούς ἄρχων
Gen. ὀδόντ-ος ἄρχοντ-ος
Dat. ὀδόντ-ι ἄρχοντ-ι
Akk. ὀδόντ-α ἄρχοντ-α
Vok. ὀδούς ἄρχον
Nom.Pl. ὀδόντ-ες ἄρχοντ-ες
Gen. ὀδόντ-ων ἀρχόντ-ων
Dat. ὀδοῦσι(ν) ἄρχουσι(ν)
Akk. ὀδόντ-ας ἄρχοντ-ας

Der Nom.Sg. wird entweder sigmatisch gebildet (<*ὀδοντ-ς). Dabei, wie auch im Dat.Pl., fällt das ντ mit Ersatzdehnung des Stammvokals aus, dabei wird:

Oder der Nom.Sg. wird von der Dehnstufe gebildet, der Vok.Sg. von der Vollstufe (jeweils unter Ausfall des τ nach der Nereusregel). Im Dat.Pl. treten dieselben Lautänderungen ein wie bei der ersten Gruppe.

Sigmastämme

Stamm auf ες Stamm auf ᾰς
Eigennamen auf ες Eigennamen auf κλεες
γενες Geschlecht Σωκρατες Περικλεες δεπᾰς Becher
Nom.Sg. γένος Σωκράτης Περικλῆς < -κλέ-ης δέπᾰς
Gen. γένε-ος > γένους Σωκράτους Περικλέους, -κλῆ-ος δέπα-ος > δέπως, δέπε-ος
Dat. γένε-ϊ > γένει Σωκράτει Περικλεῖ, -κλῆ-ι δέπα-ϊ > δέπᾳ, δέπε-ϊ
Akk. γένος Σωκράτη, -ην Περικλέᾱ, -κλῆ-α δέπᾰς
Vok. γένος Σώκρατες Περίκλεις δέπᾰς
Nom.Pl. γένε-α > γένη δέπα-α > δέπᾱ, δέπε-α
Gen. γενέ-ων > γενῶν δεπά-ων > δεπῶν, δεπέ-ων
Dat. γένεσ-σι(ν) > γένεσι(ν), γενέ-εσσι(ν) δέπασ-σι(ν) > δέπᾰσι(ν), δεπά-εσσι(ν), δέπε-σι(ν)
Akk. γένε-α > γένη δέπα-α > δέπᾱ, δέπε-α

Gemeinsames Merkmal der Sigmastämme ist, daß das intervokalische Sigma verhaucht ist (z.B. *γένεσ-ος > γένεος). Die dadurch zusammenstoßenden Vokale werden im Att. kontrahiert:

ι α ο ω
ε ει η ου ω
α ω ω

Bei den Neutra auf -ος ist der Nom.Sg. die endungslose o-Stufe (qualitativer Ablaut).

Im Dat.Pl. wird das Doppelsigma zu einfachem Sigma. Bei Homer ist das σσ noch erhalten und die Endung -εσσι(ν) wird als Endung des Dat. Pl. generalisiert und auch bei anderen Stämmen angewendet (κηρύκ-εσσι(ν), πόδ-εσσι(ν)), ja sogar auf Sigmastämme rückübertragen (ἐπέ-εσσι(ν)).

Die Eigennamen auf -γένης, -κράτης usw. bilden den Nom. von der Dehnstufe, den Vok. (unter Akzentzurückziehung) von der Vollstufe. Im Akk. können sie auch auf -ην enden (nach dem Vorbild von ναύτης - ναύτην).

Bei den Eigennamen auf -κλῆς stoßen bis zu drei Vokale aufeinander, dabei ergibt

Homer bildet Analogieformen nach dem Vorbild von βασιλεύς.

ἡ αἰδώς Scham ist ein Sigmastamm auf -ος, der Nom.Sg. ist von der Dehnstufe gebildet. Die übrigen Fälle: αἰδό-ος > αἰδοῦς, αἰδό-ι > αἰδοῖ, αἰδό-α > αἰδῶ (gibt keinen Plural).

ἡ ἕως Morgenröte ist ebenfalls ein Sigmastamm auf -ος (daher Akk. ἕω), Gen. und Dat. sind aber nach der att. Dekl. gebildet: ἕω, ἕῳ.

Stämme auf w und j

Die Halbvokale i̯ und u̯ können entweder konsonantischen Charakter (j und w) annehmen oder zu i und u vokalisiert werden. j und w sind im Ionischen und Attischen ausgefallen und haben manche Lautveränderung nach sich gezogen. w ist in manchen Dialekten inschriftlich als Ϝ (Digamma) erhalten.

  Herodot Homer Attisch
Stamm πολεj Stadt, Staat
Nom.Sg. πόλι-ς
Gen. πόλι-ος πόλε-ως
  πόλη-ος
Dat. πόλῑ (< *πολj-ι?)  
  πόλη-ι
πόλε-ι
Akk. πόλι-ν
Vok. πόλι
Nom.Pl. πόλι-ες πόλεις (< *πόλεj-ες)
πόλῑς πόλη-ες
Gen. πολί-ων πόλε-ων
Dat. πόλι-σι(ν) πολί-εσσι(ν) πόλε-σι(ν)
Akk. πόλῑς (< *πόλι-νς), πόλι-ας πόλεις (< *πόλεj-νς)
  πόλη-ας

Nom., Akk. und Vok.Sg. werden immer von der Schwundstufe (bei der j zu ι geworden ist) gebildet. Herodot bildet auch alle anderen Formen von der Schwundstufe; die meisten dieser Formen findet man auch bei Homer. Homer bildet einige Formen auch von der Dehnstufe. Im Att. ist nur der Gen.Sg. von der Dehnstufe gebildet (mit Quantitätsvertauschung), die übrigen Fälle von der Vollstufe.

Es gibt auch einige Subst. mit Stamm auf -εϝ. Bei diesen ist das w der Schwundstufe zu υ geworden. Sie enden im Nom.Sg. auf -υς, im Akk.Sg. auf -υν und im Vok.Sg. auf : πῆχυ-ς, πήχε-ως, πήχε-ι, πῆχυ-ν, πῆχυ; πήχεις (πήχε-ες), πήχε-ων, πήχε-σι(ν), πήχεις.

Zur letztgenannten Gruppe gehört das Neutrum ἄστυ Stadt. Es bildet den Nom./Akk.Sg. asigmatisch und endet wie alle Neutra im Nom./Akk.Pl. ursprl. auf : ἄστυ, ἄστε-ως, ἄστε-ι, ἄστυ; ἄστη < ἄστε-α, ἄστε-ων, ἄστε-σιν, ἄστη.

υἱός Sohn bildet neben den Formen nach der o-Deklination im älteren Griech. die casus obliqui auch von einem Stamm υἱεϝ: υἱέ-ος, υἱεῖ (υἱέ-ι), υἱέ-α; υἱεῖς < υἱέ-ες, υἱέ-ων, υἱέ-σιν, υἱεῖς (υἱέ-ας). Die Formen kommen im Att. auch ohne Iota vor: ὑός, ὑέος usw. Im hom. Dialekt kann auch Kontraktion eintreten: Gen. υἷος, Dat. υἷι, Akk. υἷα, Pl. Nom. υἷ-ες, Dat. υἱάσι(ν), Akk. υἷας.

  Herodot Homer Attisch
Stamm βασιλεϝ König
Nom.Sg. βασιλεύ-ς
Gen. βασιλέ-ος βασιλῆ-ος βασιλέ-ως
Dat. βασιλέ-ι βασιλῆ-ι βασιλεῖ
Akk. βασιλέ-α βασιλῆ-ᾰ βασιλέ-ᾱ
Vok. βασιλεῦ
Nom.Pl. βασιλέ-ες βασιλῆ-ες βασιλῆς, βασιλεῖς
Gen. βασιλέ-ων βασιλή-ων βασιλέ-ων
Dat. βασιλεῦ-σι(ν)
Akk. βασιλέ-ας βασιλῆ-ᾰς βασιλέ-ᾱς

Mit Ausnahme des Vok.Sg. sind hom. und att. alle Fälle von der Dehnstufe gebildet. Jedoch tritt vor Konsonant (Nom.Sg., Dat.Pl.) und im Att. teilweise auch vor Vokal (Dat.Sg., Gen.Pl.) Vokalkürzung ein. Im Att. kommt es außdem zur Quantitätsvertauschung (Gen.Sg., Akk.Sg., Akk.Pl.). Herodot bildet zumindest einen Großteil der Formen von der Vollstufe. Diese Formen findet man bei Homer bei Eigennamen (Πηλεύς, Πηλέ-ος neben Πηλῆ-ος usw.).

Bei Subst., wo vor dem εϝ ein Vokal steht, kommt es oft zur Kontraktion von έω in , von έα in : Πειραιεύς, Πειραιῶς, Πειραιεῖ, Πειρειᾶ; Pl. Εὐβοεῖς, Εὐβοῶν, Εὐβοεῦσιν, Εὐβοᾶς.

Stamm δjεϝ βοϝ Rind πειθοj Überredung
Nom.Sg. Ζεύ-ς βοῦ-ς πειθώ < -ωι
Gen. Δι-ός, Ζην-ός βο-ός πειθοῦς < πειθό-ος
Dat. Δι-ΐ, Ζην-ί βο-ΐ πειθοῖ
Akk. Δί-α, Ζῆν, Ζῆν-α βοῦ-ν, βῶν πειθώ < -οα
Vok. Ζεῦ βοῦ πειθοῖ
Nom.Pl. βό-ες
Gen. βο-ῶν
Dat. βου-σί(ν), βό-εσσιν
Akk. βοῦς, βό-ας

Bei Ζεύς wird der Nom. von der Dehnstufe δjēu̯ (mit Vokalkürzung wie bei βασιλεύς), der Vok. von der Vollstufe δjeu̯ gebildet (δj wird im Anlaut zu ζ), die übrigen Fälle von der Schwundstufe διu̯. Aus dem dehnstufigen Akk. δjēu̯-ν wird Ζῆν. Daraus wird eine Wurzel Ζην- "erschlossen", von der die entsprechenden Kasusformen Ζην-ός usw. gebildet sind.

Bei βοῦς ist der Nom.Sg. vermutlich von der Dehnstufe gebildet (mit lautgesetzlicher Kürzung des Vokals), die übrigen Fälle von der Vollstufe. Die Akk. sind wohl Analogiebildungen nach dem Muster von ἰχθῦ-ς - ἰχθῦ-ν - ἰχθῦ-ς.

πειθώ bildet den Nom. von der Dehnstufe, die übrigen Fälle von der Vollstufe. Nach Ausfall des j tritt Kontraktion ein.

  Herodot Homer Attisch
Stamm ναϝ Schiff
Nom.Sg. νηῦ-ς ναῦ-ς
Gen.   νη-ός νε-ώς
νε-ός
Dat. νη-ΐ
Akk.   νῆ-α ναῦ-ν
νέ-α
Nom.Pl.   νῆ-ες
νέ-ες
Gen.   νη-ῶν  
νε-ῶν
Dat. νηυ-σί(ν) ναυ-σί(ν)
  νή-εσσιν, νέ-εσσιν
Akk.   νῆ-ας ναῦς
νέ-ας

Bei ναῦς wurde der Stamm νᾱϝ zu νηϝ gehoben, im Att. ist er im Nom.Sg. und Dat.Pl. stattdessen zu ναυ gekürzt. Im Att. wurde νηϝ im Gen.Sg. durch Quantitätenvertauschung, im Gen.Pl. durch Vokalkürzung zu νε gekürzt; die Akk. sind analog zu den Akk. von βοῦς gebildet. Homer hat neben den regelmäßen Formen mit νη(υ) auch solche mit νε.


Autor: Michael Neuhold (E-Mail-Kontakt)
Letzte Änderung: 06. Mai 2006